Martina Strähl
Miss Jura-Top-Tour macht den Weg frei

Martina Strähl hat der Jura-Top-Tour in den letzten Jahren ihren Stempel aufgedrückt. In diesem Jahr setzt die 28-jährige Oekingerin aber andere Prioritäten.

Raphael Wermelinger
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Miss Jura-Top-Tour Martina Strähl.

Miss Jura-Top-Tour Martina Strähl.

Marcel Bieri

Können Sie Ihre Etappensiege an der Jura-Top-Tour überhaupt noch zählen?

Martina Strähl: Nein, so spontan wüsste ich jetzt nicht genau, wie viele Siege es waren. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass ich nur einmal nicht gewinnen konnte, als ich an den Start ging.

Es waren 43 Etappensiege und 4 Gesamtsiege in den vergangenen fünf Jahren. Können Sie sich noch an Ihren allerersten Sieg erinnern?

Ja, das war der Weissensteinlauf im Jahr 2005. Es war mein erster Berglauf überhaupt, und ich lief auf Anhieb auf den ersten Platz.

Was bedeutet Ihnen die Jura-Top-Tour?

Die Jura-Top-Tour war für mich in den letzten knapp zehn Jahren immer sehr wichtig. Bergläufe sind generell meine grosse Leidenschaft. Mich fasziniert, dass man unten startet, dann durch wunderschöne Gegenden rennt und ganz oben auf dem Berg erst das Ziel wartet. Das Schönste an den Bergläufen ist, dass man sich mitten in der Natur befindet. Und toll ist auch das Gefühl, wenn man erschöpft oben auf dem Berg im Ziel einläuft. Die Jura-Top-Tour bedeutet mir sehr viel. Nur schon deshalb, weil sie in meinem Heimatkanton stattfindet.

Wie hat sich die Jura-Top-Tour in den letzten Jahren entwickelt?

Schon 2005 hatte es meiner Meinung nach sehr viele Läuferinnen und Läufer am Start. Das hat in den vergangenen Jahren sogar noch zugenommen. Das Interesse aus der Bevölkerung wird immer grösser. Auch die Tour selber wurde grösser, weil neue Läufe wie der Wengi-Berglauf oder zuletzt die Trophée de La Tour de Moron dazukamen. Die Organisation war von Anfang an schon gut und wurde immer weiter optimiert. Mit mehr Garderoben und verbesserten Streckenführungen zum Beispiel. Was sich nicht verändert hat, ist der Umgang unter den Läufern. Man kennt sich, teilt die gleiche Leidenschaft und tauscht sich aus.

Haben Sie einen Lieblingslauf?

Ich laufe eigentlich alle sehr gerne. Der Vorteil am Weissensteinlauf ist für mich, dass er quasi vor meiner Haustüre stattfindet. Auch der Grenchenberglauf und der Passwang-Berglauf gefallen mir sehr. Jeder Lauf ist auf seine Art cool.

Welches ist der schwierigste Lauf?

Der Belchen-Berglauf ist sehr tough. Vor allem die Abwärtspassagen zwischendurch haben es in sich.

Den Auftakt macht auch in diesem Jahr der Tüfelsschlucht-Berglauf, den Sie bereits achtmal gewinnen konnten.

Für mich war der Tüfelsschlucht-Berglauf immer der optimale Start in die Berglauf-Saison. Der Lauf ist kurz, aber dennoch geht es gleich ziemlich zur Sache. Und durch diese Schlucht zu laufen, ist ein tolles Gefühl.

Der neunte Sieg auf dem Allerheiligenberg muss noch ein bisschen warten. Sie verzichten auf den Start.

Ich muss dieses Jahr leider gezwungenermassen auf den Tüfelsschlucht-Lauf verzichten. Das tut zwar weh, aber er passt einfach nicht in meinen Trainingsplan. Ich darf vom Trainer aus gar nicht starten. Doch die Bergläufe sind meine Leidenschaft. Ich werde sicher auch dieses Jahr an mindestens einem der neun Läufe dabei sein, allerdings eher gegen Herbst zu.

Was steht bis dahin im Fokus?

Priorität hat die Leichtathletik-EM im Juli in Amsterdam. Ich habe vor knapp zwei Wochen unverhofft die EM-Limite im Halb-Marathon geschafft. Am 7. Mai versuche ich an einem Meeting in der Nähe von Hannover noch einmal, die Limite im 10-Kilometer-Lauf zu unterbieten. Gelingt mir dies, muss ich mich für eine Disziplin entscheiden. Im Moment sieht es ganz klar nach Halb-Marathon aus.

Sie holten sich in den letzten drei Jahren den Gesamtsieg in der Jura-Top-Tour. Wen sehen Sie am ehesten als Ihre Nachfolgerin?

Petra Eggenschwiler ist nach mir wohl die stärkste Bergläuferin.

Steckbrief

Geburtsdatum: 7. Mai 1987

Wohnort: Oekingen

Ausbildung: Master of Psychology

Beruf: Heilpädagogin am Kindergarten in Oberdorf

Grösste Erfolge: WM-Gold Berglauf-Langdistanz (2015), Europameisterin in Berglauf (2009,2011), mehrfache Schweizer Meisterin im Berglauf, über 10 Kilometer und 5000 Meter.