2. Liga
Miro Golob legte beim FC Olten einen Aufstieg wie im Bilderbuch hin

Der 17-jährige Miro Golob konnte sich in der Vorrunde beim zweitligisten FC Olten gleich für die Startelf aufdrängen. «Ich bin jedes Mal erstaunt, wenn mein Name in der Startelf steht», so der Kantischüler.

Raphael Wermelinger
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Miro Golob (links) im Zweikampf mit Fulenbachs Michael von Rohr

Miro Golob (links) im Zweikampf mit Fulenbachs Michael von Rohr

HR Aeschbacher

Am kommenden Donnerstag wird Miro Golob seinen 18. Geburtstag feiern. Trotz seines jungen Alters gehörte der Kantischüler in der Vorrunde beim Zweitliga-Tabellenführer Olten bereits zur Stammformation. Mit einem solch fulminanten Einstieg in der 1. Mannschaft habe er selber nicht gerechnet: «Ich bin jedes Mal erstaunt, wenn mein Name in der Startelf steht», äussert sich Golob bescheiden, «weil der Konkurrenzkampf innerhalb der Mannschaft sehr gross ist und wir sehr viele erfahrene Spieler haben. Eine Garantie, dass ich spiele, gibt es für mich nicht.»

Betrachtet man den kontinuierlichen Aufstieg des Offensivspielers beim FCO, erscheinen die vielen Einsatzzeiten in dieser Saison aber völlig logisch. Mit sechs Jahren stieg er bei den F-Junioren ein, spielte in der Folge auf den Stufen C- und B-Junioren in der kantonalen Juniorenauswahl und führte in der vergangenen Spielzeit die B-Junioren des FC Olten als Captain zum Solothurner Cupsieg. Den Sprung in die Schweizer U16-Auswahl schaffte Golob nicht, dafür hätte er wohl den Verein und an ein Sportgymnasium wechseln müssen. «Ich habe noch nie Wechselgedanken gehabt», so Golob, «mein Umfeld ist hier; ich wohne im Kleinholz, bin im Klub aufgewachsen und kenne hier jeden.»

Am Ende der abgelaufenen Saison kam Miro Golob zu seinen ersten Einsätzen in einer Aktivmannschaft. Er half für zwei Spiele beim «Zwöi» aus und zeichnete sich gleich als Torschütze aus. «Dann durfte ich für die letzten beiden Ligaspiele in die 1. Mannschaft und während der Sommerferien erfuhr ich dann, dass ich fix zum Kader der Zweitliga-Mannschaft gehöre», so Golob. Er sei vom Fanionteam «super» aufgenommen worden und werde sehr gut unterstützt von den arrivierten Spielern. «Manchmal fühle ich mich wie ein kleiner Bruder», lacht Golob, «vor allem Hasan Osaj beruhigt mich, wenn ich aufgeregt bin, gibt mir wertvolle Tipps und spricht mir Mut zu.» Den Zusammenhalt untereinander und die Mischung zwischen jungen und älteren Spielern erachtet Golob denn auch als wichtige Faktoren für die Erfolge des FC Olten in den letzten Jahren. «Und die beiden Trainer führen die Mannschaft ausgezeichnet», fügt er an. Auch der Double-Gewinn in der letzten Saison habe die Mannschaft gestärkt.

Eigentlich hätte der FC Olten mit einem Vorsprung von fünf Punkten in die Rückrunde starten können. Weil der Verein aber eine Rechnung zu spät beglichen hat, wurden den Oltnern in der Winterpause drei Punkte vom Konto abgezogen. Wie hat die Mannschaft darauf reagiert? «Es hat uns schon belastet», antwortet Golob, «aber wir Spieler nehmen es als Ansporn, noch mehr Gas zu geben und dem Klub so zu helfen.» Das zweite grosse Ereignis beim Stadtklub war der Weggang von Stürmer Saban Jakupovic, mit seinen sechs Toren war er in der Vorrunde der zweitproduktivste Spieler der Mannschaft. «Das ist schade für das Team», wägt Golob den Wechsel ab, «auch ich habe viel von ihm gelernt. Aber ich denke, dass wir seinen Abgang als ganzes Team kompensieren können.»

Das Ziel des Leaders für die Rückrunde ist klar: Den ersten Platz verteidigen und den Cup holen. «Ich will mich spielerisch weiterentwickeln, noch etwas mehr mit meinen Leistungen auffallen und dem Trainer zeigen, dass es sich lohnt, wenn er auf die Jungen setzt», äussert sich Golob über seine persönlichen Ansprüche an die zweite Saisonhälfte. Zum Rückrundenauftakt empfängt der FCO morgen Italgrenchen. Das Hinspiel verlief für Golob zwiespältig. Er spielte durch und erzielte seinen ersten Treffer für das Fanionteam, am Ende gewann Italgrenchen die Partie aber mit 2:1. Das soll morgen anders werden.