Kanu

Mike Kurt will am «Lauberhorn» das Olympia-Ticket lösen

Der Weg nach London führt über Augsburg: Für Mike Kurt gilt es ab morgen ernst.Keystone/Georgios Kefalas

Der Weg nach London führt über Augsburg: Für Mike Kurt gilt es ab morgen ernst.Keystone/Georgios Kefalas

Der Wiedlisbacher Mike Kurt will sich an der EM in Augsburg die Olympia-Teilnahme sichern. An welchem Punkt Mike Kurt steht, darüber erhält er morgen nach der Qualifikation Auskunft. Seit Australien hat er keine internationalen Ernstkämpfe mehr bestritten.

Mike Kurt ist bereit. Ab morgen Donnerstag tritt für ihn die Saison, vielleicht gar seine Kanu-Karriere, in die entscheidende Phase. Mit einer Platzierung unter den 15 besten Nationen hätte er die Richtlinien von Swiss Olympic erfüllt und die Fahrkarte nach London auf sicher. An sich eine Pflichtaufgabe für die aktuelle Weltnummer sieben. Selbst wenn er die Vorgabe in Deutschland nicht erfüllen sollte, blieben ihm in den verbleibenden Weltcups noch Gelegenheiten, das Ticket nach London zu lösen. Mit solchen Gedanken beschäftigt sich Kurt nur am Rande. Vielmehr steigt er voller Selbstvertrauen in den Augsburger Wildwasserkanal. «Ich habe ein sehr gutes Gefühl», sagt der 31-Jährige.

Kurts Zuversicht hat mehrere Gründe. Der Modellathlet blickt auf eine Vorbereitung zurück, in der er gezielt auf seinen Traum hinarbeiten konnte. Der gelernte Betriebsökonom will im Sommer im Wildwasserkanal 30 Kilometer nördlich von London an seiner dritten Olympia-Teilnahme endlich aufs Podest.

«Den Anschluss wieder hergestellt»

Kurt verbrachte den Winter in seiner Lieblingsregion, in Neuseeland und Australien. Nach einer hartnäckigen Schulterverletzung, die ihn vorübergehend zurückwarf, konnte er in der südlichen Hemisphäre wieder beschwerdefrei trainieren. Die Resultate blieben nicht aus. Kurt gewann unter anderem die New Zealand Open. «Die Ergebnisse gaben mir die Gewissheit, dass ich den Anschluss an die Weltbesten wieder hergestellt habe.»

In den letzten Wochen pendelte der erfolgreichste Schweizer Kanute regelmässig zwischen den Olympia-Kanälen von 1972 und 2012. Er verfolgte quasi eine Dualstrategie: In Augsburg arbeitete er an der Feinabstimmung für die Europameisterschaften, in London befasste er sich mit den Eigenheiten der Olympiastrecke. Hochgerechnet sind mehrere hundert Fahrten zusammengekommen.

Mike Kurt hat sich mit beiden Strecken angefreundet, obwohl sie sich in ihrer Charakteristik grundlegend unterscheiden. Augsburg ist der älteste Wildwasserkanal der Welt. Für die Olympischen Spiele in München gebaut, entspricht die Anlage nicht mehr den modernen Standards. «Aber sie zählt zu den Klassikern, es ist sozusagen das Lauberhorn der Kanuten», sagt Kurt.Mit dem deutschen Kanu-Mekka verbinden ihn ausserdem angenehme Erinnerungen. 2003 gewann er mit dem Team WM-Gold, darüber hinaus stand er im Weltcup schon auf dem Podest.

An welchem Punkt Mike Kurt steht, darüber erhält er morgen nach der Qualifikation Auskunft. Seit Australien hat er keine internationalen Ernstkämpfe mehr bestritten. Im Vergleich zur starken ausländischen Konkurrenz besitzt Kurt indes einen bedeutenden Vorteil. Während einige seiner möglichen Gegner bereits in den internen Olympia-Ausscheidungen gescheitert sind, befindet sich Kurt in der Schweiz nach wie vor allein auf weiter Flur.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1