Turnen

Michael Rätz: «Musste fürs Turnfest bereits rund 1000 Absagen erteilen.»

In Messen soll eine Stimmung wie am diesjährigen Eidgenössischen herrschen.

In Messen soll eine Stimmung wie am diesjährigen Eidgenössischen herrschen.

Dank dem Fest des Regionalturnverbandes Solothurn und Umgebung wird Messen mitte Juni zur Turnfest-Zentrale des Landes. Über 3000 Athleten und Athletinnen werden erwartet, bereits jetzt mussten die Verantwortlichen etlichen Vereine absagen.

Vom 13. bis zum 15. Juni wird Messen zur Festhütte. Dann nämlich findet das Fest des Regionalturnverbandes Solothurn und Umgebung (RTVSU) in der Bucheggberger Gemeinde statt. Mehr als 3000 Turnerinnen und Turner fast jeden Alters werden dann am Südrand des Limpachtal erwartet.

Andrang ist riesig

«Wir wurden förmlich überrannt von Vereinen, die bei uns mitmachen wollen», sagt OK-Präsident Michael Rätz. 35 auswärtige Vereine dürfen in Messen an den Start gehen. Darunter als besonderes «Leckerli» eine Rhönrad-Gruppe aus dem Berner Oberland. «40 Vereinen mussten wir leider absagen», sagt Rätz. Das entspricht rund 1000 Turnerinnen und Turnern. Von wenigen Ausnahmen abgesehen hätten die Abgewiesenen Verständnis gezeigt. «Wir können nicht dreimal so viele Teilnehmer empfangen, wie unser Dorf Einwohner hat», führt Rätz aus. Das Ziel sei schliesslich, ein schönes, gepflegtes, tolles und nettes Fest zu bieten. Und vor allem eines, «dass wir verantworten können und nicht eines, das unsere Grenzen sprengt», so der OK-Präsi. Nebst ihm arbeiten 34 weitere Personen im OK; wobei zehn das Kern-OK bilden.

Budget von 400 000 Franken

Am betreffenden Juni-Samstag werden rund 1800 Aktive und am Sonntag rund 1200 Kinder in Messen zum Turnen erwartet. Was die Gäste angeht, reisen diese vornehmlich aus der Ost- und Innerschweiz an. «Praktisch alle davon mit dem ÖV», hält Rätz fest. Derzeit sei man dabei, mit der RBS zusammen eine geeignete Transport-Lösung zu finden. Auch hinsichtlich des Sponsoring gilt es für den 30-jährigen OK-Chef und seine Crew noch die oder andere Pendenz zu erledigen. Wobei die grossen Verträge unterzeichnet seien. Finanziell operiert das OK mit einem Budget von rund 400 000 Franken. Angesichts des «ausgebuchten» Events rechnet man beim TV Messen natürlich mit einem Batzen für die Vereinskasse. «Der finanzielle Aspekt steht allerdings nicht im Vordergrund», so Rätz. «Wir wollen vor allem den jüngeren und älteren Turnerinnen und Turnern etwas bieten und dazu beitragen, dass auch in 100 Jahren noch Turnfeste stattfinden.» Messen war vor elf Jahren letztmals Austragungsort des Regionalturnfestes.

Die benötigte Wettkampf-Infrastruktur wird praktisch vollumfänglich temporär auf Kulturland aufgebaut. Kugelstoss-Ringe müssen betoniert, Weitsprunganlagen aufgekiest werden und so weiter. «Da die Turnhalle im Umbau ist, können wir diese nicht nutzen», sagt der als Projektleiter in einer Schreinerei tätige Rätz. Das führt zu einer zusätzlichen logistischen Herausforderung.

Hoffnung auf eine sturmfreie Zeit

Es lebe die Hoffnung auf gutes Wetter. Die Turnerschar wird für rund 1000 Zeltplatz-Übernachtungen sorgen und damit die Einwohnerzahl von Messen über Nacht nahezu verdoppeln. Die stürmischen Erfahrungen am diesjährigen Eidgenössischen, als orkanartige Winde gleich zwei Mal Zelte zerfetzt, Stände flach gelegt und auch Menschen verletzt haben, sind beim OK des Regionalturnfestes noch präsent. «Ich war beim ersten Mal selber in Biel dabei», erinnert sich Rätz zurück. Und: «Ganz klar spielt diese Erfahrung in unserer OK-Arbeit eine grössere Rolle als sie es vielleicht noch letztes Jahr getan hätte.»

Schliesslich sind die Ermittlungen gegen den ETF-Organisator punkto Schuldfrage noch nicht abgeschlossen. Allein, es muss ja nicht immer derart stürmen, wenn ein Turnfest ist. Interessierte Vereine können sich auf jeden Fall noch bis am Samstag, 14. Dezember anmelden – aber nur noch «Einheimische».

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