Dass mit dem Renntag in Solothurn auch der Winter in der Schweiz Einzug hielt, störte vor allem die Zuschauer.Die Wettkampfteilnehmer sind sich kaltes Wetter gewohnt, denn die Nationalkaderathleten trainieren auch im Winter beinahe täglich auf dem Wasser. Der Wettkampf auf dem sechs Kilometer langen Rundkurs durch die Stadt konnte aber bei guten Bedingungen ausgetragen werden und kurz vor dem Start des Rennens zeigte sich sogar die Sonne wieder. Eindrücklich und für viele Kanuten ungewohnt ist der Massenstart beim Wintercup in Solothurn. Normalerweise werden Kanurennen mit Einzelstarts durchgeführt und der Massenstart mit über hundert Kanuten auf der Aare sorgt bei unerfahrenen Kanuten für deutlich höhere Pulsfrequenzen vor dem Start, weil der kleinste Fehler zu einem Zeitverlust oder gar zu einer Kenterung führen könnte. Zum Glück musste das Rettungsteam in diesem Jahr keine Kanuten aus der kalten Aare fischen, obwohl der riesige Zehnerkanadier des Slalom-Nationalkaders mehrere Boote in arge Schräglage brachte.

Mathys’ erfolgreiche Premiere

Der Tagessieg ging an den Nidwaldner Fabio Wyss. Obwohl er momentan in der Spitzensport-Rekrutenschule die harte Grundausbildung durchläuft, konnte er seinen Verfolger, den für den Kanuklub Brugg startenden Martin Scheuber, klar distanzieren. Nach der ersten Runde lagen die bei-den noch dicht beieinander, nach der letzten Wende konnte sich aber der Tagessieger absetzen und den Vorsprung bis ins Ziel noch ausbauen.

Die Solothurnerin Melanie Mathys musste zum ersten Mal bei den Damen starten und konnte sich dort bereits gut in Szene setzen. Sie kam hinter der Bruggerin Sabine Eichenberger als Zweite ins Ziel, konnte sich aber gegen ihre Klub- und Nationalmannschaftskollegin Chantal Abgottspon durchsetzen. Melanie Mathys war am nach dem Rennen mit ihrem Resultat zufrieden: « Für mich stimmt die Bilanz. Wenn man bedenkt, dass ich kurz vorher noch beinahe eine Woche krank im Bett war, war dies eine gute Leistung. Mein Ziel ist es jetzt, in den nächsten Rennen näher an Sabi-ne Eichenberger zu kommen. Dies sollte aber möglich sein, da die Rennen wieder mit Einzelstart ausgetragen werden und Sabine bei Massenstartrennen halt einfach eine Klasse für sich ist.»

Überzeugen konnte auch der Solothurner Juniorenfahrer Nico Meier. Nach einem langen Zweikampf während des Rennens hatte am Schluss sein Kaderkollege, der Nidwaldner Alistair Smorthit im Ziel die Nase vorne und konnte den Solothurner noch abhängen. Die Solothurner Junioren-Nationaltrainerin Kristin Amstutz war aber mit dem Resultat sehr zufrieden:» Vor einem Jahr konnte Nico am Wintercup in Solothurn wegen einer Rückenverletzung nicht einmal starten, konnte lange nicht richtig trainieren und verpasste deswegen am Schluss die Qualifikation für die Junioren-EM ganz knapp. Das soll in der kommenden Saison nicht noch einmal geschehen und wir wollen die Trainingsmöglichkeiten die Nico und auch Melanie mit der Sportklasse an der Kanti haben optimal ausnützen.»

Ebenfalls am Start war der Solothurner Olympiakanute Mike Kurt. Nach einer längeren Trainingspause liess er es sich nicht nehmen, beim Heimrennen dabei zu sein. Er musste nach gutem Start aber merken, dass der Trainingsrückstand zu gross war und das Spitzenfeld ziehen lassen.