Zuchwil Regio begann das erste Saisonspiel gegen Aufsteiger Belp nervös und noch etwas unbeholfen. Die Gastgeber im Startdrittel gleich drei Zweiminutenstrafen. Bereits zuvor, nach 274 Sekunden, hatte Zuchwils Kultverteidiger Stefan Wüthrich zum 1:0 getroffen.

Nachdem die aufopfernd kämpfenden Belper aus den ersten zwei Zuchwiler Ausschlüssen kein Kapital schlagen konnten, führte eine wunderschöne Kombination über Malicek, Hojac und Vollstrecker Christen zum 2:0 (15.). Dieser Vorsprung verhalf den Gastgebern aber nicht zur notwendigen Sicherheit. Die Gerber-Schützlinge vergaben in der Folge gleich reihenweise das angestrebte 3:0, wobei Belps Goalie Schmocker der beste Gästespieler war.

Vorentscheidung in Unterzahl

Analog zum ganzen Spielauftritt war auch Zuchwils Powerplay noch nicht sattelfest. Fünf Belper Ausschlüsse blieben ungenutzt und genau die fünfte Zuchwiler Zweiminutenstrafe sollte die Vorentscheidung bringen. Als Zuchwils Freddy Stalder auf der Strafbank sass (48.), legte Müller herrlich zurück auf Reber, der zum 3:0 eindrosch. Damit war Belps Faden gerissen und Schlup gelang wenig später mit dem einzigen Zuchwiler Powerplaytor noch das verdiente 4:0. «Aus 41 Schüssen machen wir normalerweise rund zehn Treffer, doch heute waren wir zu nervös, zu wenig clever und zu unkonzentriert», kritisierte Zuchwils Trainer Stefan Gerber.

Im ersten Saisonspiel sei aber normal, das noch nicht alles klappe. «Vielleicht wäre für uns ein Weckruf in Form des 2:1, das der Schiedsrichter nicht gegeben hat, sogar gut gewesen», meinte Gerber. «Das Wichtigste sind für uns die drei Punkte, dass Goalie Simon Pfister gleich seinen ersten Shut-out feiern konnte und dass wir wissen, dass wir noch viel Steigerungspotenzial haben.» Bereits am Samstag in Wichtrach werde es gegen Wiki-Münsingen ein völlig anderes Spiel geben. Dort will Meisterschaftsfavorit Zuchwil Regio mit einem genaueren, direkteren und flüssigeren Spiel auftrumpfen.

Zufriedener Gästetrainer

Keineswegs deprimiert war nach der 0:4-Startniederlage Belps neuer Trainer Thomas Heiniger, der auf diese Saison hin von Oltens Nachwuchs zum Aufsteiger geholt worden war. «Unser mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren sehr junges Kader steht erst seit rund drei Wochen, und einige Spieler kamen wegen Verletzungen, Militär oder Junioreneinsätzen noch nicht zum Zug.» Sein Team hätte aufopfernd gekämpft und seine Haut so teuer wie möglich verkauft.

«Vor allem im letzten Drittel kassierten wir aber zu viele dumme Strafen, die uns viel Kraft gekostet haben.» Zuchwil Regio, das anfänglich etwas zu locker aufgetreten sei, habe noch verdient gewinnen können, meinte der ehemalige Burgdorfer 1.-Liga-Assistenztrainer.