Unihockey

Meister Wiler-Ersigen kassiert ein «Stängeli»

Wiler-Ersigen beschliesst das Unihockeyjahr mit einem herben Rückschlag. Gegen Malans verlor der Schweizermeister mit 6:11. Ausschlaggebend für die Niederlage war ein katastrophales erstes Drittel.

Für den Serienmeister endet das Unihockeyjahr nicht mit einem Weltuntergang, aber mit einer schallenden Ohrfeige gegen Malans. Für Mathias Larsson endet das Gastspiel bei Wiler-Ersigen. Er wechselt zum gestrigen Gegner.

Apokalyptiker datierten das Ende der Erde auf den vergangenen Freitag. Die Mayas prophezeiten der Welt einen neuen Zyklus. Nicht den Weltuntergang, aber zumindest den freien Fall erlebte Wiler-Ersigen gestern Samstag im Startdrittel.

Alligator führt nach 15 Minuten 6:0

Nach knapp einer Viertelstunde stellten nicht die Mayas, sondern die Malanser eine neue Zeitrechnung auf. Die Gäste lagen zu diesem Zeitpunkt sage und schreibe mit 6:0 in Führung. Sogar dem ansonsten redseligen Daniel Streit verschlug es für einmal die Sprache. Der Torhüter musste verletzungshalber pausieren und zusehen, wie seine Kollegen nach allen Regeln der Kunst demontiert wurden. Selbst das früh einberufene Timeout von Trainer Heikki Luukkonen verpuffte ohne Wirkung. Kaspar Schmocker wehrte sich gegen den Vorwurf der vorweihnachtlichen Feierabstimmung. «Wir haben gegen einen starken Gegner verloren», so der Nationalmannschafts-Verteidiger.

So feiert Wiler-Ersigen-Torhüter Daniel Streit Weihnachten

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Dennoch: Die letzte Partie des Kalenderjahres hatte sich der Serienmeister zweifelsohne besinnlicher vorgestellt. Zwei Tage vor Weihnachten verteilten die Berner, nicht zum ersten Mal in dieser Saison, grosszügig Geschenke. Dass die Bündner gewillt sind, solche Präsente anzunehmen, stellten sie in diesem Jahr bereits zweimal unter Beweis. Im Cupfinal (5:6) und im Hinspiel (3:9) fügten sie Wiler-Ersigen schmerzliche Niederlagen zu.

Die Malanser gehören neben den Grasshoppers, Rychenberg Winterthur und Grünenmatt zum erlauchten Kreis, die den Ligakrösus 2012 bezwingen konnten. In 41 Pflichtspielen verliess Wiler-Ersigen das Feld nur sieben Mal als Verlierer.

Die Defensiv-Abteilung war beim SVWE auch gestern die Problemzone. Während die Offensive nach wie vor Topwerte ausweisen kann, kränkelt die Verteidigungsarbeit erheblich. Statistisch gehört die Hintermannschaft nur zum Mittelmass. 81 Gegentore in 14 Partien entsprechen nicht dem Selbstverständnis des Meisters.

Larsson wechselt zu Malans

Einer, der dem Team diesbezüglich keine Stabilität mehr verleihen wird, ist Mathias Larsson. Der Schwede verlässt Wiler-Ersigen nach nur vier Monaten, nachdem er zuletzt in den Überlegungen von Trainer Luukkonen keine relevante Rolle mehr gespielt hatte. Larsson spielt ab dem neuen Jahr für Malans. Bei den Bündnern stand der 39-Jährige bereits einmal unter Vertrag und wurde mit ihnen 2006Meister. Für den Routinier rückt Marco Studer ins Team nach.

Nach der 6:11-Niederlage ist Wiler-Ersigen die Tabellenführung vorderhand los. Für Kaspar Schmocker alles andere als ein Weltuntergang. Ganz im Gegenteil. Er bediente sich nicht der Sprache der Maya, sondern erinnerte ans römische Reich. «Ein Staatssklave, der hinter Julius Cäsar auf dem Wagen stand, hielt ihn und sagte: Sieh dich um; denke daran, dass auch du nur ein Mensch bist.» Wiler-Ersigen hat in der Tat für die Gegner wieder menschliche Züge erhalten.

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