Was ist los mit dem Meister? Die jüngste Doppelrunde mit den Heimspielen gegen Olten-Zofingen und Kloten-Bülach Jets lieferte keine Antworten, sondern gibt Rätsel auf. Wiler befindet sich seit Wochen in einem Formtief. Es mangelt den Bernern an Souveränität und Durchschlagskraft. Dem Team von Trainer Heikki Luukkonen fehlte in beiden Begegnungen erneut Konstanz und Stilsicherheit. Der Ligakrösus lässt sich unerklärlich schnell verunsichern und beklagt eine überdurchschnittlich hohe Eigenfehlerquote. «Wir sind uns dessen bewusst und versuchen es zu ändern. Nur gelingt es uns momentan nicht», zeigt sich Verteidiger Michael Garnier ratlos.

Die insgesamt 13 Gegentore gegen den Aufsteiger und das Schlusslicht stellen dem Team ein schlechtes Zeugnis aus. Sie sind Spielern und Staff gleichermassen ein Dorn im Auge. Für Torhüter Daniel Streit, der gegen Olten-Zofingen ausgewechselt wurde, traf diese Feststellung nicht nur im übertragenen Sinn zu. Streit musste in der Nacht ein Metallspliter entfernt werden, nachdem sich das Auge im Verlaufe des Spiels stark entzündet hatte. «Das kommt davon, wenn ein Bürogummi zum Werkzeug greift», hatte Streit den Humor nicht verloren.

Zu Scherzen war man in den Reihen des SVWE gleichwohl nicht aufgelegt. Gegen den punktelosen Tabellenletzten aus dem Zürcher Unterland gab vorab das Mitteldrittel zu reden, als man eine 2:0-Führung verspielte und vier Treffer kassierte. Notabene gegen die schwächste Offensive der Liga.

Luukkonen beurteilt die Situation weniger dramatisch. Der Finne arbeitet unbeirrt an der Weiterentwicklung des Systems und ortet in diesem Bereich Fortschritte. «Natürlich verlieren die Spieler gelegentlich den Fokus. Insgesamt befinden wir uns aber auf Kurs.» Bleibt aus Wiler-Sicht zu hoffen, dass er die Spieler erreicht. Spätestens nach der Nationalmannschaftspause in drei Wochen wird sich zeigen, ob die gegenwärtige Baisse nur temporär ist.