Was sich liebt, das neckt sich. Danny Hasler sitzt im Restaurant vom Stadion Brühl und lächelt spitzbübisch. Er freut sich über das Jubiläum seines um zweieinhalb Jahre älteren Bruders, zwinkert mit den Augen und sagt: «Natürlich habe ich für Patrick ein Geschenk. Ich mache ihm im Training einen Tunnel weniger.» Der 28-jährige Patrick und der 25-jährige Danny spielen seit dem 1. Juli 2003 für den FC Solothurn. Kurze Zeit später stiess mit Vater Roland ein drittes Familienmitglied zum Verein. Der eidgenössisch diplomierte Techniker TS unterschrieb im Jahr 2004 einen Trainervertrag beim 1.-Ligisten.

Seit sieben Jahren beim FCS

Sieben Jahre später ist das Trio immer noch beim FC Solothurn. Roland Hasler hat allerdings schwierige Zeiten hinter sich. Weil der Verein in der vergangenen Saison in die Abstiegszone rutschte, geriet er ins Kreuzfeuer der Kritik. «Manchmal», so der 52-jährige Coach, «bekam ich anonyme Anrufe und wurde mit Schimpfworten unter der Gürtellinie betitelt.» Der Trainer biss sich jedoch durch und überstand die sportliche Krise. Hasler blickt zurück und sagt: «Ich bin dankbar, dass mich die Klubverantwortlichen trotz der schlechten Resultate nicht entlassen haben. Solche Vertrauensbeweise sind im Fussballgeschäft nicht die Regel.»

Im Heimspiel gegen den Tabellenletzten Laufen am nächsten Samstag steht aber nicht der Chef neben, sondern der Chef auf dem Spielfeld im Blickpunkt. Der technisch versierte Regisseur Patrick bestritt am vergangenen Wochenende beim 1:3 gegen GC II sein 200. Meisterschaftsspiel und wird vor der Partie gegen Laufen geehrt. Seine Karriere begann beim FC Bellach, ging über Solothurn und Grenchen bis zur U21-Auswahl des FC Basel. Von den Talenten des FCB wechselte er erneut zu Solothurn. Die Bilanz der Nummer 10 kann sich sehen lassen: Er schoss in den 200 Partien 58 Tore und holte sich 62 Assists. Patrick schliesst im Sommer sein Jusstudium in Bern ab.

Bruder Dannys Bilanz mit den Solothurnern ist ebenfalls beeindruckend. Der starke Linksfüsser bestritt 168 Meisterschaftsspiele, erzielte 24 Tore und erarbeitete sich 71 Assistpunkte. Der kämpferisch starke und antrittschnelle Mittelfeldspieler studiert Betriebsökonomie in Basel und schliesst das Studium ebenfalls in diesem Sommer ab. Im Herbst wird er für einen Sprachaufenthalt nach London reisen.

Unterschiedliche Charaktertypen

Natürlich ist Roland Hasler stolz auf seine beiden Söhne. «Sie sind beide hilfsbereit», sagt er. «Vom Charakter her sind sie allerdings unterschiedlich. Patrick ist ruhig, clever, schlau und überlegt oft zweimal, bevor er sich entscheidet. Danny ist offener als sein Bruder. Er ist ein Schlitzohr und macht gerne mal einen Spruch.» Stimmt haargenau. Wie war das doch gleich mit einem Tunnel weniger als Geschenk für den älteren Bruder?