Jüngst fieberte Mauro Kiener vor dem Fernseher mit, als die Schweizer Eishockeyaner an der WM in Schweden und Finnland die Silbermedaille holten. Nun wird er mit dem Streethockey-Nationalteam selbst im Einsatz stehen und um eine Top-Platzierung kämpfen.

Einziger Unterschied: Statt auf Eis spielt er auf Hartbelag. «Das Tempo ist zwar weniger hoch als auf dem Eis, trotzdem müssen wir harten Schlägen standhalten und Kraft haben», erklärt Mauro Kiener.

Weil sein älterer Bruder Fabio beim SHC Bettlach regelmässig trainierte, meldete sich Mauro kurzerhand für ein Probetraining an – was ihm auf Anhieb gefiel.

In der Folge durchlief Kiener beim SHC alle Juniorenstufen und wurde zwischendurch im NLA-Team eingesetzt. «Das hat mir enorm geholfen. Ich konnte mich spielerisch weiterentwickeln», sagt der Streethockeyaner.

Bester Nachwuchssportler

Dass der Oberdörfer Talent hat, wurde schnell einmal erkannt: 2008 und 2010 sorgte er an der U16- und U18-WM im Schweizer Juniorenteam für Tore, im selben Jahr wurde er vom Schweizerischen Verband als bester Nachwuchssportler ausgezeichnet.

Mauro Kiener vor der Streethockey-WM

Mauro Kiener vor der Streethockey-WM.

Am Sonntag bestreitet der Stürmer im kanadischen St. John’s seine erste Elite-WM. Obwohl er unter den 22 Athleten des Schweizer Teams der Jüngste ist, wurde er bestens aufgenommen. «Es ist, als wäre ich schon lange dabei. Wenn wir zusammen spielen, dann zählt sowieso nur noch die Tatsache, dass man 100 Prozent gibt», weiss Kiener.

Im September hat er die Vorbereitung für den Grossevent aufgenommen, Wochenendtrainings in Worb und Magglingen, Testspiele im Ausland und NLA-Meisterschaftspartien mit Bettlach inklusive.

Zeit für anderes bleibt dem 19-Jährigen, der zurzeit als Durchdiener die RS absolviert, kaum. Umso wichtiger ist ihm der Rückhalt vonseiten der Familie. «Ich bekomme volle Unterstützung. Meine Eltern sind meistens an den Partien als Zuschauer dabei. Meine Schwester ist auch als Betreuerin im Verein tätig», erklärt er.

E-Gitarre und Band

Falls Kiener doch freie Minuten bleiben, dann spielt er mit seiner E-Gitarre und der Band selbst geschriebene Songs – ans Auftreten wird aber nicht gedacht: «Wir machen es einfach für uns.»

Bevor es sich die Gruppe anders überlegt, gilt es für den Oberdörfer auf dem kanadischen Hartbelag ernst. Die Schweizer wollen unter die besten sechs Nationen kommen, erster Gegner ist kein Geringerer als Weltmeister Tschechien. «Er ist der klare Favorit. Aber ich gehe immer mit dem Sieg im Kopf in eine Partie», sagt der Stürmer.

Sollte es in St. John’s nicht nach Wunsch laufen, bleibt Kiener bis 2015 – wenn Zug Austragungsort der nächsten WM ist – Zeit, um zuerst den SHC Bettlach zum Meistertitel zu verhelfen und dann mit Heimvorteil an der WM zu skoren.