Unihockey
Matthias Hofbauer muss für Playoff-Start passen

Wiler-Ersigen startet am Donnerstag (20 Uhr, Zuchwil) gegen die Kloten-Bülach Jets in die Playoffs. Man ist zuversichtlich, die letztjährige Schmach vergessen machen zu können.

Daniel Weissenbrunner
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Stürmer Adrian Zimmermann (links)gehört zu den Schlüsselspielern bei Wiler-Ersigen. Von seiner Erfahrung und Explosivität soll die Mannschaft in der Endphase der Saison profitieren können.

Stürmer Adrian Zimmermann (links)gehört zu den Schlüsselspielern bei Wiler-Ersigen. Von seiner Erfahrung und Explosivität soll die Mannschaft in der Endphase der Saison profitieren können.

Marcel Bieri

Der 3. März des vergangenen Jahres. Kurz vor 22 Uhr. Es war ein denkwürdiger Abend für das Schweizer Unihockey. Rychenberg Winterthur schaffte das kaum für möglich Geglaubte. Die Zürcher beendeten mit dem 3:2-Sieg im entscheidenden Spiel der Playoff-Viertelfinals die jahrelange Dominanz des SV Wiler-Ersigen.

Das Ende der Erfolgsära hat im Verein Spuren hinterlassen. Der Aufwand der Mannschaft hatte einen Punkt erreicht, der auf reiner Amateurbasis nicht mehr gewinnbringend zu bewältigen war. «Ich glaube, dass es den Leuten heute sehr wohl bewusst ist», sagt Johan Schönbeck, Trainer seit dieser Saison bei den Bernern.

Er weilte noch in Schweden. Ihm ist aus der Ferne nicht entgangen, unter welchem Dauerststress die Stammspieler damals standen. Europacup, Meisterschaft, WM. Dass Körper und Geist irgendwann streiken, sei normal, findet Schönbeck.

Daniel Meier: «Keine Illusionen»

Die Kloten-Bülach Jets waren das Team des letzten Qualifikationsdrittels. Aus den letzten sechs Partien holten die Zürcher Unterländer 15 Punkte und schafften im allerletzten Moment den Sprung in die Playoffs, auf Kosten von Grünenmatt. Für Trainer Daniel Meier war der Einzug in die Finalrunde der Lohn für ein Umdenken, das während der Saison stattgefunden hatte. «Wir haben es geschafft, das Verlierer-Image abzustreifen.» Die Jets, die aus den Vereinen Giants Kloten und Hornets Bülach, hervorgingen, gehören zu den Pionieren des Schweizer Unihockey. Als die Sportart in der Schweiz laufen lernte, gehörten die Zürcher zu den Tempomachern. In den letzten Jahren ist in der Flughafenregion ruhig geworden. In Anlehnung an den Klubnamen machte immer wieder das Modewort «Grounding» die Runde. Der Absturz erfolgte in der Form eines Abstiegs in die Nationalliga B. Seither kämpfen sich die Jets mühsam zurück. «Von der Spitze reden wir nicht. Wir wollen uns mittelfristig unter den ersten acht etablieren», sagt Daniel Meier, der seit dieser Saison die Mannschaft zusammen mit Jürg Rauchenstein betreut.
Der Serie gegen Wiler-Ersigen blickt Meier mit Respekt entgegen. «Wir machen uns keine Illusionen.» Wiler besitzt ganz andere Möglichkeiten
als wir.» Was nicht heisst, dass er sich nicht einen Plan ausgeheckt hat. «Nicht zurückhaltend auftreten und unangenehm spielen.» Mehr ist dem Unihockey-Fuchs nicht zu entlocken, der seinen Vertrag vorzeitig um eine weitere Saison verlängert hat. (dws)

Captain mit Bauchmuskelzerrung

Wie fein die Linie zwischen geregeltem Alltag und Improvisation verläuft, musste Schönbeck in den vergangenen Wochen selbst erfahren. Eine Grippewelle erfasste den Grossteil der Mannschaft.

Die Auswirkungen blieben nicht ohne Folgen: Eine 3:8-Niederlage gegen Leader Tigers, das Aus im Cuphalbfinal gegen Malans fielen in diesen Zeitraum. «Ich hoffe, dass wir diese Phase überstanden haben.» Gestern erschienen jedenfalls bis auf einen alle zum Abschlusstraining. Nur Matthias Hofbauer fehlte: Den Captain plagt eine Bauchmuskelzerrung, die er sich im Nationalteam zugezogen hatte.

Er wird heute und voraussichtlich auch am Wochenende gegen die Kloten-Bülach Jets fehlen. Die Centerposition im ersten Block wird sein Bruder übernehmen. Üben konnte Christoph Hofbauer diese Rolle an der WM-Qualifikation letzte Woche in Bratislava, welche die Schweiz erwartungsgemäss souverän gewann.

Froh, dass es endlich los geht

Mit dabei in der Slowakei war auch Adrian Zimmermann, der nach einem Jahr Unterbruch das Nati-Dress wieder überstreifte. Für ihn und die übrigen Teamspieler diente der Abstecher nach Osteuropa mehr einem wettkampfmässigen Training. Zu schwach waren Gegner wie Serbien oder Belgien. «Es war nicht einfach, die richtige Balance zu finden», gibt der 30-Jährige zu.

Zimmermann spricht stellvertretend für alle übrigen Spieler, wenn er sagt, dass es Zeit ist, wenn es jetzt losgeht. Er strotzt vor Tatendrang. «Wir sind gegen die Jets in der Favoritenrolle.» Für ihn ist klar: Saisonende soll in diesem Jahr nicht bereits der 3. März sein, sondern im Idealfall der 6. April. Es wäre der frühestmögliche Termin für den Gewinn der Meisterschaft.