Handball 1. Liga

Matthias Heger: «Ich halte nicht viel von Statistiken»

Martin Beer und der TV Solothurn waren in der Qualifikation nicht zu bremsen.

Martin Beer und der TV Solothurn waren in der Qualifikation nicht zu bremsen.

Am Samstag (17.00 Uhr, CIS) startet der TV Solothurn in die finale Phase der Meisterschaft. In der ersten Partie der Aufstiegsrunde trifft der Qualifikationssieger der Gruppe 3 auf Fides St. Gallen - eine machbare Aufgabe.

Es war die angekündigt souveräne Qualifikation der Solothurner. Mit 19 Siegen und nur zwei Niederlagen aus 22 Spielen gewannen sie die Gruppe 3 der 1. Liga mit fünf Punkten Vorsprung auf das zweitplatzierte West HBC. «Mit Ausnahme von ein paar Ausrutschern verlief die Saison bisher absolut nach Plan», sagt TVS-Trainer Matthias Heger. 39 Punkte in 22 Spielen, so viel erzielten in den letzten zehn Jahren nur der TV Zofingen und Chênois Genf. Beide stiegen sie in der anschliessenden Finalrunde in die NLB auf, wo sie noch heute spielen.

Aufseiten der Solothurner gilt es, den geplanten Aufstieg nun auch in die Tat umsetzen zu können. Das erste Teilziel ist mit dem Qualifikationssieg geschafft. Den TV Solothurn trennen lediglich fünf Spiele vor der insgesamt 17. NLB-Saison des Vereins nach dem Abstieg vor einem Jahr. Mit den 39 Punkten steht der TVS zudem statistisch so gut wie als Aufsteiger fest.

In den vergangenen zehn Jahren seit der Umstellung des Aufstiegsmodus konnten sich die Teams mit dieser Punkteausbeute aus der Qualifikation im Regelfall in der Finalrunde immer durchsetzten. «Ich halte nicht viel von solchen Statistiken. Man weiss nie, wie eine Mannschaft mental drauf ist und wie ihre Tagesform ist. Die Aufstiegsspiele sind wie Cupspiele: Man muss einfach gewinnen, wenn man weiterkommen will», gibt Heger zu bedenken.

Fünf Siege gefordert

Fest steht jedoch, dass die Solothurner in den kommenden fünf Partien der Finalrunde mindestens sechs Punkte holen müssen, um eine realistische Chance auf den Aufstieg zu haben. In den letzten sechs Jahren waren indes jeweils mindestens acht Punkte für die Promotion nötig – Birsfelden rutschte im letzten Jahr mit sechs Punkten in der Finalrunde als Dritter nur dank der Kooperation von GC und Amicitia Zürich am grünen Tisch in die NLB nach. «Unser Plan ist, den Aufstieg im letzten Heimspiel dingfest zu machen. Jedoch wollen wir natürlich auch das letzte Spiel gewinnen», sagt Heger.

Die Voraussetzungen dafür stehen gut. Gewichtige Absenzen gibt es zurzeit keine, der zuletzt krank gewesene Goalie Taro Diethelm befindet sich auf dem Weg der Besserung. Zudem können Matthias Blaser und Yannis Dario Duriaux zumindest wieder mit der Mannschaft trainieren. «Wir spielen Handball und haben eine ganze Saison hinter uns: Wenn wir keine Probleme hätten, hätten wir etwas falsch gemacht», so Heger. Man sei aber bereit und körperlich fit, um sich der grossen Aufgabe zu stellen.

Dementsprechend zuversichtlich gibt sich Heger: «Ich denke, dass wir zusammen mit Pilatus das stärkste Team haben.» Jedoch mahnt er auch, dass vieles von der Tagesform abhängen werde, so habe man in der Qualifikation auch schon gegen West verloren (26:27). «Obwohl wir in derselben Gruppe spielten, kann ich West nur schwierig einstufen. Bei ihnen hängt viel von der Tagesform ab.»

Pflichtaufgabe zu Beginn

Sicherer ist sich Heger bei der Einschätzung von Startgegner Fides St. Gallen: «Fides spielt nicht den schnellsten Handball, jedoch verfügen sie über sehr trickreiche Flügelspieler und einen kräftigen Rückraum, der auch aus dem Sprung heraus Tore erzielen kann.» Als Schlüsselspieler sieht Heger Fides-Spielertrainer Alex Usik, mit 105 Treffern bisher erfolgreichster Fides-Torschütze.

«Er hat eine unglaubliche Spielübersicht und leitet das Spiel hervorragend. Jedoch wird das Spiel dadurch auch etwas träge und berechenbar. In unserer Gruppe würde ich sie von der Stärke her in das vordere Mittelfeld einordnen», ist Heger überzeugt, mahnt jedoch sogleich: «Die erste Saisonniederlage haben wir gegen Wacker Thun, den Tabellensechsten, hinnehmen müssen.»

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