In fast allen Sportarten gewinnt einer der beiden Finalisten den Wettkampf. Doch die Schwinger sind sich anderes gewohnt. In der Regel erbt nach einem resultatlosen Schlussgang ein lachender Dritter den Sieg. Dies war auch in Studen der Fall. Matthias Glarner hatte im sechsten Gang Beat Salzmann auf den Rücken gedrückt – ein Glücksfall.

Nach fünf Gängen waren vier Schwinger besser klassiert gewesen als Glarner. Aber keiner kam über ein Remis hinaus. Somit erbte der 28-jährige Meiringer wie schon am letztjährigen «Seeländischen» den Tagessieg. Damals musste er den Triumph mit Matthias Sempach teilen. Diesmal landete der aktuelle Schwingerkönig «nur» auf Rang 3e, weil ihn zuletzt Thomas Sempach am Siegen hinderte. Glarner freute sich uneingeschränkt über seinen achten Kranzfestsieg. «Dieser Erfolg hat für mich eine grosse Bedeutung, denn zurzeit ist das Siegen im Berner Verband nicht einfach.»

Sieg dank Trainingskollegen

Der Berner Oberländer hatte seinen Erfolg auch den Trainingskollegen Kilian Wenger und Simon Anderegg zu verdanken. Wenger verhinderte im Schlussgang mit viel Glück einen Taucher gegen Christian Stucki. Anderegg bremste zuletzt Lokalmatador Florian Gnägi mit einem Remis. «Ich weiss nicht, ob Kilian gewusst hat, dass ich den Sieg erbe», wollte Glarner nichts von Oberländer Teamarbeit wissen.

Wegweisend für den Meiringer war sein Unentschieden gegen König Sempach nach drei gewonnenen Gängen am Vormittag. Mit totaler Defensive, die an Schwingverweigerung grenzte, realisierte er den angestrebten «Gestellten». Danach meisterte er den 17-jährigen Seeländer Dominik Roth und zuletzt Salzmann. «Ich habe gegen drei Eidgenossen geschwungen und neben Salzmann auch Christian Dick besiegt», wollte Festsieger Glarner nichts wissen von einem einfachen Tagespensum.

Unzufriedener Stucki

Christian Stucki verliess den Festplatz kopfschüttelnd. Zweimal fehlten in der Endausmarchung gegen Kilian Wenger wenige Zentimeter zum Resultat. Weil aber beide Schwinger ansonsten passiv agierten, verweigerten die Kampfrichter auch Stucki nach zwölf Kampfminuten die Note 9,00. Viele verstanden diesen Entscheid nicht. Glarner wäre dann hinter Stucki wieder nur Rang 1b geblieben. Aber so entführten die Berner Oberländer nicht nur die meisten Kränze, sondern auch noch den Siegermuni aus dem Seeland.