Eishockey

Marty Sertich: Der Langsame mit den schnellen Händen

Marty Sertich (links) im Zweikampf mit dem Ex-Oltner Jeff Campbel.

Marty Sertich (links) im Zweikampf mit dem Ex-Oltner Jeff Campbel.

Der Amerikaner Marty Sertich vom EHC Olten ist der beste Skorer der gesamten NLB. Bereits 30 Assists hat Sertich seinen Teamkollegen serviert - hinzu kommen elf Tore. Dabei macht der US-Boy eigentlich alles ganz langsam.

«Ich mache alles sehr langsam», sagt Marty Sertich. Tatsächlich: er kommt im Training als Letzter vom Eis, braucht beim Duschen am längsten und kaut unendlich lange auf seiner Mahlzeit herum. «Ich weiss auch nicht warum. Meine Frau Becky geht deshalb manchmal die Wände hoch.»

Dafür ist der 28-jährige US-Boy auf dem Eis schnell, vor allem mit den Händen. Er ist der Spielmacher des EHC Olten, ein Mann mit filigraner Technik, ein Mann für die tödlichen Pässe. Bereits 30 Assists hat Sertich seinen Teamkollegen serviert - hinzu kommen elf Tore. Damit ist der Oltner mit 41 Punkten in 19 Partien Liga-Topskorer. Er sei immer schon eher der Vorbereiter gewesen, denn ein guter Pass sei für ihn fast so schön wie ein Tor. «So viele Skorerpunkte habe ich zuletzt bei den Junioren erzielt. Dass ich nun NLB-Topskorer bin, ist auch für mich eine Überraschung», sagt der aus 200 AHL-Schlachten (56 Tore/72 Assists) gestählte Center.

Marty Sertich vom EHC Olten zeigt sein Können

Marty Sertich vom EHC Olten zeigt sein Können

Gemeinsam mit Gattin Becky - «für Kinder ist es noch zu früh» - wohnt er in Olten, zehn Gehminuten vom Bahnhof. «Wir haben schon einige Ausflüge mit dem Zug gemacht. Die Stadt Luzern war bisher das Coolste.» Aber auch Olten gefällt dem 1,73 m kleinen Stürmer. Es sei ähnlich kalt wie bei ihm zu Hause in Minnesota. «Aber es ist um ein Vielfaches kleiner.

Auch siehst du hier keine so grossen Trucks wie in Amerika.» Probleme gebe es höchstens mal beim Essen. «Weil wir oft die Speisekarte nicht lesen können, mussten wir uns schon einige Male überraschen lassen. Aber schlecht gegessen habe ich hier noch nie.» In seiner Freizeit geht Marty Sertich gerne mit seiner Frau Tischtennisspielen oder eben das Land erkunden.

Eine grosse NHL-Karriere blieb dem neuen NLB-Topshot verwehrt. Einige Vorbereitungsspiele mit den Dallas Stars, für mehr reichte es nicht. Nun spielt er, nach zuletzt vier Jahren AHL, erstmals in Europa. «Am Anfang war das schon hart, wenn alles fremd ist. Aber die Teamkollegen haben Carsen Germyn und mich super aufgenommen und uns auch neben dem Eis viel geholfen.

Jetzt weiss ich, wie sich die Europäer bei uns gefühlt haben müssen.» Mittlerweile fühlt sich Marty Sertich in Olten pudelwohl - er hat seinen Vertrag jüngst um zwei weitere Saisons verlängert. «Wir haben ein super Team. Unser Ziel ist es in den Playoffs unser bestes Eishockey zu spielen und den Titel zu gewinnen.» Sein persönliches Ziel: «Ich hoffe, dass ich gesund bleibe und diesen tollen Job noch viele Jahre ausüben kann.»

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