Leichtathletik
Martina Strähl verpasst EM-Limite erneut

Die Solothurner Top-Leichtathletin Martina Strähl verpasst an den Deutschen Meisterschaften in Celle die EM-Limite über 10'000 Meter erneut.

Jörg Greb
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Martina Strähl lief es nicht wie gewünscht. (Archiv)

Martina Strähl lief es nicht wie gewünscht. (Archiv)

Auch beim zweiten Anlauf, über die 10'000 m die geforderten 33:20 Minuten für die Leichtathletik-Europameisterschaften im Juli in Amsterdam zu knacken, scheiterte die Solothurner Berglauf-Weltmeisterin Martina Strähl. Waren es Anfang April in Maia (Portugal) 11 Sekunden gewesen, fehlten diesmal gut 26. «Es war nicht mein Tag, und meine risikoreiche Strategie ging nicht auf», sagte Strähl.

Offensiv war sie ins Rennen gestiegen. Sie hatte sich ins Schlepptau der späteren Siegerin Sabrina Mockenhaupt begeben. Rasch realisierte sie aber, dass sich die Hoffnung auf ein besonderes Geburtstagsgeschenk nicht erfüllen würde. Die Beine fühlten sich am Tag ihres 29. Geburtstages je länger, je weniger in Bestverfassung. «Ich hätte mir das Gefühl des Fliegens gewünscht, stattdessen wurde es schnell ein Leiden und Kämpfen.»

Und so wurde das Rennen «immer brutaler», je länger es dauerte und sie sich allein über die Runden kämpfte. Feststellen musste Strähl nun: «Wohl bin ich einen Tick zu schnell ins Rennen gestiegen, und dafür muss ich jetzt büssen.» Dass die Witterungsbedingungen mit Wärme, Wind und Regen nicht ideal waren, sei am Rand angemerkt. Als Dritte lief Strähl ein. Gestoppt wurde sie in 33:46,18 Minuten. Siegerin Mockenhaupt lief in 32:40,80 ein.

Kein Weltuntergang

Martina Strähl war enttäuscht. «Es wäre toll gewesen, wenn ich’s geschafft hätte», sagte sie. Das schlechte Gefühl legte sich aber rasch. Mit der Realität ihres Scheiterns kam sie schnell klar. «Das ist kein Weltuntergang, und positiv umformuliert, könnte ich sagen: «Ich lief zum zweiten Mal innert eines Monats unter 34 Minuten, in einem Spektrum also wie seit 2010 nie mehr.» Das bereitet auch Freude, zeigt Perspektiven.

Und da ist ja auch noch die Genugtuung, die zwischen den beiden 10 000-m-Rennen Tatsache geworden ist: der hervorragende Halbmarathon in Annecy mit der klar erfüllten EM-Limite. «Jetzt laufe ich in Amsterdam die 21,1 km und freue mich darauf», sagte sie.

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