Laufsport
Martina Strähl rennt schneller als der Teufel

Beim Startlauf in die Jura Top Tour der Bergläufer wurden am 27. Tüfelsschlucht-Lauf in Hägendorf 683 Läufer klassiert. Am schnellsten durch die Schlucht des Teufels nach Allerheilligenberg lief bei den Frauen einmal mehr Martina Strähl.

Manfred Dysli
Merken
Drucken
Teilen
Das Feld kurz nach dem Start mit Frauensiegerin Martina Strähl in der Mitte (mit der Startnummer 1).

Das Feld kurz nach dem Start mit Frauensiegerin Martina Strähl in der Mitte (mit der Startnummer 1).

Bruno Kissling

Einmal mehr glänzte das OK dieses 8,3 km langen Laufes mit insgesamt 500 Höhenmetern durch die idyllische Schlucht auf den Allerheiligen-Berg mit einer Top-Organisation unter der Regie von Anton Stocker und seinen vielen Helfern. Lanciert wurde die diesjährige Auflage des Schluchtlaufes durch den jungen Eriträer des TV Olten, Sium Zerehannes aus Egerkingen, der dann auch den Goldsprint im Dorfzentrum klar vor dem früheren OL-Weltmeister Matthias Merz aus Aarau für sich entschied.

Der junge Ostafrikaner hatte dann aber am Schluss mit dem Ausgang des Rennens nichts mehr zu tun. Immerhin wurde er mit 41,3 Sekunden Rückstand auf den Überraschungssieger Cédric Lehmann vm ST Bern noch Fünfter. Der in Krauchtal wohnhafte Lehmann hatte bereits im Vorjahr allerdings nur als 22. im Overall-Klassement die Juniorenkategorie in Hägendorf für sich entschieden.

«Bereits früh holten wir in der Schlucht den Eriträer Zerehannes ein. Plötzlich hatte ich dann das Gefühl, dass das Tempo an der Spitze zusammenfällt. Deshalb attackierte ich nach der Strassenüberquerung der Hauptstrasse nach Bärenwil. Zu meinem Erstaunen hatte ich sofort einen relativ grossen Vorsprung auf meine Konkurrenz. Das war wohl mein Glück, sonst wäre es wohl am Schluss noch eng geworden». lautete die erste Analyse des jungen Sieges aus dem Bernbiet.

Matthias Merz, der Cross-Schweizermeister von 2009 in Welschenrohr und Tagessieger im gleichen Jahr am Tüfelsschlucht-Lauf, war trotz seinem Ehrenplatz knapp 28 Sekunden hinter dem Sieger zufrieden. «Ich bin ja als OL-Spitzenläufer zurückgetreten und trainiere nicht mehr so viel wie früher. Als Lehmann auf der Treppe attackierte, war er schnell weg und ich konnte die Lücke nicht mehr schliessen», meinte der OL-Weltmeister von 2007 in Kiew zu seiner Rückkehr in die Hägendorfer Tüfelsschlucht.

Der jetzt in Reiden wohnhafte Obergösger Severin Widmer kam just als Zehnter aller 468 Männer ins Ziel. Wie fast jedes Jahr war auch die frühere Leichtathletik-und Waffenlauflegende Albrecht Moser mit von der Partie. Der mittlerweile 70 Jahre alte Albrecht (Brächtu) Moser wurde in seiner Kategorie M70 Sechster. Der Rekord Waffenlauf Schweizer Meister ist 43 Jahre nach seiner Olympia Teilnahme in München über 10 000 m immer noch vom Laufsport fasziniert. «Heute genau in einem Jahr will ich auch beim Jubiläums Hans Roth Waffenlauf in Wiedlisbach aktiv mitmachen», war der Kommentar von Albrecht Moser zur Reprise des legendären Wiedlisbacher Klassikers im Ziel auf dem Allerheiligenberg oben.

Martina Strähl jagt von Rekord zu Rekord

Nicht ganz zwei Wochen vor ihrem 28. Geburtstag ist die dreifache Berglauf-Europameisterin Martina Strähl weiterhin erfolgreich in ihrer Lieblingsdisziplin Berglauf. Obschon die Oekingerin ihren eigenen Streckenrekord auf dem 8,3 km langen Parcours nicht schlagen konnte, war die momentan als Heilpädagogin am Kindergarten in Oberdorf tätige Topläuferin im Frauenrennen nie gefährdet. Die zweitklassierte Bernadette Meier aus Dreien büsste bereits 2:43 Minuten auf die grosse Gewinnerin ein.

So viele Tagessiege wie in Hägendorf, nämlich deren acht, hat Martina Strähl in der Jura Top Tour bisher nirgens feiern können. Und zudem realisierte die Wasserämterin ihren 38. Tagessieg in der Jura Top Tour. Nur 2012 erlebte sie ihre bisher einzige Niederlage in der JTT am Belchenlauf in Olten, wo sie von Bernadette Meier auf den zweiten Platz verwiesen wurde. «Mir ist es heute sehr gut gelaufen. Im Rennen habe ich mich immer sehr gut gefühlt, obschon ich in den letzten Wochen immer Probleme mit der Nase gehabt hatte und auch mit Halsweh zu kämpfen hatte. Es fehlte ein wenig die Substanz um noch schneller laufen zu können», waren die ersten Worte der Tagessiegerin nach ihrem zweiten Saisonsieg in diesem Jahr nach dem Reusslauf in Bremgarten.

«Ich komme immer gerne an den megaschönen Schluchtlauf, da hat es immer viele Leute», erzählte Martina Strähl weiter, die nun im Hinblick auf die Berglauf Langstrecken WM in Zermatt am 4. Juli auch den Wängi Berglauf in Matzendorf und den GP von Bern bestreiten will. Die zweitklassierte Bernadette Meier hat andere Pläne. «Am gleichen Tag wie die Berglauf Langstrecken WM in Zermatt will ich meine Internationale Karriere an der Europameisterschaft in Porto Moniz auf der Portugiesischen Insel Madeira beenden.»

Ein gutes Resultat lieferte auch die Thalerin Petra Eggenschwiler aus Laupersdorf als Fünfte und die Mentaltrainerin der Tagessiegerin, Bettina Steiger, als Gesamtsechste und Zweite bei den Frauen 40 hinter Bernadette Meier ab. Die Bellacherin Kathrin Götz folgte als siebte und erste der Kategorie Frauen 35.