Horriwil/Basel
Martina Strähl musste um jeden Meter kämpfen

Die Horriwiler Läuferin Martina Strähl kehrte am Basler Stadtlauf auf den Wettkampfplatz zurück und musste kämpfen. Nach dem Rennen staunte sie aber über ihre Leistung: Die 29-Jährige war am Schluss einige Sekunden schneller als im letzten Jahr.

Jörg Greb
Drucken
Teilen
Martina Strähl musste sich durchbeissen und lief am Schluss schneller als letztes Jahr.

Martina Strähl musste sich durchbeissen und lief am Schluss schneller als letztes Jahr.

zvg

So richtig wohlgefühlt hatte sich Martina Strähl auf den 5,9 km und den dreieinhalb Runden durch die Basler Innenstadt nicht. Von «einem wirklich harten Rennen» sprach die Erfolgsläuferin aus Horriwil. Das hatte zu tun mit der für sie kurzen Distanz, der fordernden Konkurrenz, vor allem aber mit ihrer eigenen Verfassung. «Diese hohe Intensität war ungewohnt», sagte sie.

Erholung gegönnt

Um einen Widerspruch handelte es sich nicht. Seit dem Frankfurt Marathon, jenem ausgezeichneten Rennen von Ende Oktober – Martina Strähl lief mit 2:30:58 Stunden auf Position 3 der Schweizer Allzeit-Bestenliste – gönnte sie sich Erholung, wie sie nach einem Rennen über die 42,195 km nötig ist. Sie spannte aus, bewegte sich in tiefer Intensität und nur ganz selten zu Fuss. Harte Laufeinheiten oder gar Intervall-Sequenzen hatte sie keine in den Beinen – «und die Konsequenzen davon zeigen sich in einem Rennen sofort», betonte sie.

Das gewohnte Laufgefühl, das beschwingte Vorwärtskommen stellte sich denn auch nicht ein. Stattdessen hiess es für die 29-Jährige beissen. «Ich war froh um jeden Meter, mit dem ich dem Ziel näher kam», beschrieb Martina Strähl. Dass sie in dieser Verfassung der letztjährigen Siegerin Helen Bekele, der erfahrenen Äthiopierin aus Genf, den Sieg nicht streitig machen konnte, lag auf der Hand. Ihren zweiten Vorjahresrang musste sie auf der zweiten Streckenhälfte ebenso abtreten und zwar an die Tschechin Lucie Sekanova.

Dennoch kam sie zu einer erstaunlichen und erfreulichen Überraschung. Ihre Zeit. 19:55 Minuten. Um vier Sekunden besser als ihre letztjährige. «Das ist top und wirklich aufbauend, das hatte ich so nicht erwartet», sagte Strähl. Und sie verwies darauf, «dass es keineswegs selbstverständlich ist, wenn ich die bestklassierte Schweizerin bin».

Mit Ausnahme von Steeple-Rekordhalterin, Olympia-Teilnehmerin und Stadtlauf-Siegerin im vorletzten Jahr, Fabienne Schlumpf, war die nationale Elite vollzählig am Start. Lisa Kurmann, Marathon-Rekordlerin Maja Neuenschwander und die aktuelle Marathon-Meisterin Susanne Rüegger folgten als nächste, alle distanziert um 30 Sekunden und mehr.

Escalade, Zürich, London

Das Ergebnis von Basel motiviert Strähl. Die Escalade vom nächsten Samstag in Genf, der grösste Schweizer Volkslauf, ist die nächste Herausforderung. Der Zürcher Silvesterlauf folgt acht Tage später. Und das Fernziel ist auch formuliert: die Premiere an Leichtathletik-Weltmeisterschaften im nächsten Sommer in London.

Aktuelle Nachrichten