Vom Europäischen Leichtathletik-Verband ist Martina Strähl vorgeschlagen worden für die Wahl zur «Leichtathletin des Monats». Mit Grosstaten im Leichtathletik-Stadion hatte dies hingegen nichts zu tun. Die EM-Teilnehmerin des letzten Sommers über 5000 m hat sich auf der Bahn noch nicht gezeigt. Zur Ehre der Nomination gelangte sie als erfolgreiche Titelverteidigerin an den Berglauf-Europameisterschaften.

Nach diesem Prestigeerfolg vor vier Wochen in Bursa (Türkei) hatte die 24-Jährige vom LV Langenthal nicht zielgerichtet umgestellt auf die Ebene und das Laufen auf der Bahn. «Ich gönnte mir Erholung», sagte sie. Mit der Familie verreiste sie in die Ferien nach Kanada. Und seit der Rückkehr beschränkte sie sich auf zwei Bahntrainings und begann wieder konzentriert mit dem Laufen auf dem Laufband. Und darum hielt sie fest: «Ich bin überrascht, wie gut es mir hier lief.»

Initiative ergriffen

Gehandelt worden war die Vorjahressiegerin aufgrund dieser Vorgabe nicht als erste Titelkandidatin. Diese Rolle wurde an Livia Burri übertragen, die aufstrebende Berner Läuferin. Doch Martina Strähl wollte nicht nur Mitläuferin sein. Rasch spürte sie, dass «mir Livias Rhythmus zu gemächlich ist». Und weil sie eine Spurtentscheidung vermeiden wollte, setzte sie sich früh ab und staunte, mit welcher Leichtigkeit sie über die Runden kam. In 16:36,71 Minuten wurde sie gestoppt. Lediglich 5,80 Sekunden länger als vor einem Jahr in Lugano. «Da ist offenbar eine solide Basis vorhanden», lachte sie.

Von der Bahn hat sich Martina Strähl sofort wieder verabschiedet. Bereits nächstes Wochenende steht für sie die Schweizer Berglauf-Meisterschaft an – mit dem Belchen-Berglauf. «Da werde ich gefordert», blickt sie voraus. Sie sieht in Bernadette Meier eine «harte Knacknuss». Eine Andeutung, dass Strähl die Strecke nicht so zusagt, gibts auch: Sie ist eine der ganz seltenen, auf denen der Streckenrekord nicht ihr gehört. «Ich freue mich und ich bin sogleich wieder gefordert», sagt sie.

Als zweite Solothurnerin gewann Joelle Flück über 800 m die Bronzemedaille. Die 25-Jährige musste Selina Büchel und Stefanie Barmet den Vortritt lassen.