Martina Strähls Formkurve zeigt im richtigen Moment nach oben. Die Oekingerin siegte am vierten Wertungslauf in der Jura Top Tour. Martina Strähl feierte nach dem Tüfelsschluchtlauf in Hägendorf und dem Roggen-Berglauf in Oensingen bei ihrem dritten Start in diesem Jahr ihren dritten Triumph – und wie! Strähl lief ihrer Konkurrenz schon früh auf und davon und gewann das Rennen klar vor der deutschen Seniorinnen-F-35-Weltmeisterin Jutta Brod, der Ehefrau des Männerzweiten Carsten Brod, und der Berner Oberländerin Corinne Zeller.

Mit 50:55 Minuten stellte Strähl bei ihrem dritten Erfolg am Passwang nach 2006, wo sie als Juniorin schon Tagesschnellste gewesen war, und 2009 auch einen neuen Streckenrekord auf. Strähl war damit genau vier Sekunden schneller als die letztjährige Siegerin und nachmalige Europameisterin Monika Fürholz aus Marly.

«Erstmals sehr gut gefühlt»

Ein gutes Omen also für Martina Strähl, deren erstes Saisonziel die Berglauf-EM am 6. Juli in Bulgarien ist und die sich nachher Ende September beim Berlin-Marathon für die Heim-EM 2014 in Zürich qualifizieren möchte. «Erstmals habe ich mich in dieser Saison sehr gut gefühlt. Auch das schlechte Wetter beeindruckte mich nicht. Es war sehr cool zu laufen.»

Streckenrekord zurückgeholt

Martina Strähl holte sich den Streckenrekord zurück, den sie 2009 aufgestellt hatte, aber 2011 kampflos verloren hatte, weil der Veranstalter den Parcours abgeändert hatte. Ein offenes Geheimnis an der starken Vorstellung just eine Woche vor dem Weltcupstart am Grand Ballon ist, dass die Solothurnerin seit kurzer Zeit von ihrer Lauffreundin Bettina Steiger als Mentaltrainerin unterstützt wird.

Grösster Karriererfolg

Nur fünf Tage nach seinem zweiten Platz am Niederbipper Pfingstlauf feierte der Langenthaler Fabian Kuert wohl seinen grössten Erfolg in seiner Karriere. Bei tiefen Temperaturen, Regen und Sonnenschein gewann Kuert den vierten von acht Wertungsläufen in der Jura Top Tour vor dem M-40-Senioren-Berglauf- Weltmeister Carsten Brod aus Konstanz und dem überraschenden Einheimischen Marius Füeg.

Nach acht Kilometern abgesetzt

Kuert und Brod hatten sich schon kurz vor Rennhälfte von ihren letzten Konkurrenten abgesetzt. Auf den letzten zwei Kilometern hatte dann der Oberaargauer von der LV Langenthal den längeren Atem als der deutsche Berglaufspezialist Carsten Brod. Nach seinem Coup am Passwang scheint Kuert Lust auf mehr zu bekommen. «Obwohl ich in der letzten Zeit viel trainiert habe, lief es mir super. Nach dem achten Kilometer konnte ich Brod in einer Abwärtspassage endgültig distanzieren. Jetzt werde ich vermutlich auch am nächsten Sonntag beim EM-Selektionslauf von Swiss Athletics in Willer sur Thur auf den Grand Ballon in den französischen Vogesen antreten.» Kuert war im Vorjahr bei heissen Temperaturen Zehnter am Passwang gewesen und steigerte sich um mehr als zweieinhalb Minuten.

Für höhere Aufgaben empfohlen

Mit 417 Startern war OK-Präsident Ruedi Boner, der rund vier Wochen vor dem Eidgenössischen Turnfest in Biel, auf über 100 Helfer zählen konnte, sehr zufrieden.» Mit der sehr guten Organisation empfahl sich der TV Mümliswil ein Jahr nach dem Berg-EM-Selektionslauf im Guldental erneut für eine grössere Aufgabe.