Während der ersten Rennhälfte lief die 31-Jährige nahezu durchgehend an der Spitze des Feldes. Als die Weissrussin Volha Mazuronak, die spätere Siegerin, kurz vor Kilometer 25 angriff, konnte Strähl aber nicht mehr folgen.

Obwohl sie eine neue persönliche Bestzeit aufstellte. 2 Stunden, 28 Minuten und 7 Sekunden brauchte sie für den Marathon in der deutschen Hauptstadt. Damit unterbot sie ihren alten Rekord um fast drei Minuten. Nur zwei Schweizerinnen, Franziska Rochat-Moser 1999 und Maja Neuenschwander vor drei Jahren, absolvierten die Marathon-Distanz noch schneller.
«Ich bin extrem glücklich, dass ich bei diesen warmen Temperaturen so schnell war», blickt Strähl auf ihren EM-Marathon zurück.

Martina Strähl: «Ich bin extrem glücklich, dass ich bei diesen warmen Temperaturen so schnell war.»

    

Die Entzündung am Fuss, welche ihr im Vorfeld noch Sorgen bereitet hatte, habe sie nur in der zweiten von vier Runden gespürt. «Ab der dritten Runde ging es wieder gut», sagt die mehrfache Welt- und Europameisterin im Berglauf. «Es war ein Super-Rennen. Nur schon wegen der vielen Schweizer, die mit Fahnen und Kuhglocken bewaffnet am Streckenrand standen und mich anfeuerten.» Angesprochen auf den siebten Schlussrang, meinte Strähl: «Ich glaube, ich habe alles richtig gemacht.»

Olympische Spiele 2020 als Fernziel

Auch Trainer Fritz Häni war angetan von der Leistung seiner Athletin: «Aufgrund der Entzündung am Fuss wusste ich im Vorfeld nicht, ob es ein Top-Lauf oder ein Flop wird. Ersteres war zum Glück der Fall.» Zu Strähls Taktik meinte er: «Ich versuche, Martina in taktischer Hinsicht immer ein wenig zu bremsen. Damit sie nicht von Anfang an das Kommando an der Spitze übernimmt.»

Martina Strähl (vorne) konnte über weite Strecken des Marathons mit der absoluten europäischen Spitze mithalten.

  

Es sei aber ihre Art, das Rennen von der ersten Position aus zu bestimmen. Häni und Strähl werden sich am kommenden Wochenende treffen und über den weiteren Verlauf der Saison diskutieren. Das grosse Fernziel von Martina Strähl sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. «Zuerst muss ich mich jetzt erholen», sagt die Heilpädagogin, die gestern ihren ersten Arbeitstag an der Schule in Gerlafingen hatte. (mdy)