Martina Strähl, vor drei Wochen siegten Sie beim Jungfrau-Marathon mit neuem Streckenrekord, jetzt Murten – Freiburg: Wie ist so etwas möglich?

Martina Strähl: Nach dem Jungfrau-Marathon erholte ich mich erstaunlich schnell und sehr gut. Das ging viel schneller als nach einem Flachmarathon. So wurde der Murtenlauf zu einem Thema. Und auf dieser anspruchsvollen Strecke mit dem Auf und Ab konnte ich meine sehr gute Form bestätigen. Ich fühlte mich auf den gesamten 17,17 Kilometern sehr gut.

Traten Sie mit dem Ziel an zu siegen?

Klar strebte ich das bestmögliche Resultat an. Mit meiner Form wusste ich, dass es für einen Platz ganz vorne reichen sollte. Aber vor allem von Charity Kiprop, der Kenianerin, die zwei Wochen zuvor am Greifenseelauf siegte, erwartete ich harte Gegenwehr.

Die Sie dann auch zu meistern hatten?

Nicht wirklich. Schon nach zwei Kilometern verlor sie den Anschluss. Fortan lief ich allein an der Spitze.

Sie erarbeiteten sich bis ins Ziel einen Vorsprung von 2:41 Minuten auf die nächste Verfolgerin (EM-Teilnehmerin und Halbmarathon Schweizermeisterin Laura Hrebec) und bis ins Ziel 3:36 Minuten auf die viertplatzierte Kiprop. War es schwierig, ans Limit zu gehen?

Nein, ich orientierte mich an den Männern, die um mich herum liefen. Und, den Murtenlauf zu gewinnen, ist immer speziell.

Die früher gestarteten Walker spendeten Ihnen in der Schlussphase immer wieder Applaus. Eine ungewöhnliche Motivation?

Wenn ich ehrlich bin: Ich nahm diese Unterstützung gar nicht richtig wahr, ich lief am Limit und war auf mich konzentriert und fokussiert.

Mit Ihrer Schlusszeit von 1:01:05 Stunden realisierten Sie eine Topzeit und blieben deutliche 38 Sekunden unter Ihrer bisherigen Murtenlauf-Bestzeit….

… das bestätigt, dass ich frisch war und dass sich die Form weiterhin auf einem sehr erfreulichen Stand befindet.

Werden Sie diese Form weiter nutzen?

Ja. Ich habe einen Marathon in meinem Hinterkopf, zumal ich mir die Limite für Weltmeisterschaften des nächsten Jahres in London vorgenommen habe. Aber ich habe mir abgewöhnt, die Detailplanung zu fix zu sehen. Ich und mein Trainer Fritz Häni gehen das flexibel an. Falls ich mich auch vom Murtenlauf schnell und gut erholte, wird ein schneller Marathon konkretes Thema. Frankfurt ist eine Möglichkeit, um die geforderten 2:35-Stunden anzugreifen und meine Bestzeit um mindestens 1:59 Minuten zu verbessern.