«Jetzt geniesse ich den Moment», sagt Martin Läng, Präsident des LOK. Es spielt Schweden gegen Ungarn. Beinahe im Minutentakt schiessen die Nordländer ein Tor. Läng hat auf der Tribüne im Wankdorf Platz genommen und widmet sich dem Geschehen auf dem Platz. Für einmal. Denn das kommt in diesen Tagen selten vor. Läng ist der «Tätschmeister» neben dem Platz. Mit fünf weiteren Mitgliedern der Seniorenmannschaft des SV Wiler-Ersigen hat der 44-Jährige seit Sommer die Austragung der Männer-Unihockey-WM in Bern geplant und vorbereitet: «Ich habe entschieden, dies als einmalige Aktion zu machen. Und zwar einzig zugunsten des Unihockeysports.»

Ein eingespieltes Team

In der Vorbereitung für den Grossanlass profitierten Läng und seine Kollegen von kurzen Wegen: «Wir kennen uns alle seit Jahren, das Vertrauen ist hoch. Und weil wir wöchentlich zusammen trainieren, erleichterte das vieles.» Jetzt dagegen geht Läng lange Wege. «Ich bin ständig am Herumrennen. Und zwar von früh morgens bis spät abends», meint er lachend. Vom Schweizer Eröffnungsspiel am Sonntag sah er nur wenige Minuten. Läng ist hauptverantwortlich für die Buchhaltung. Als LOK-Präsident ist er aber insbesondere Bindeglied für Swiss Unihockey, den Veranstalter der WM, genauso wie Ansprechperson für die zahlreichen Volunteers.

Pro Arbeitsschicht sind gegen 100 Freiwillige in den Bereichen Catering, Sicherheit, Kasse und dem Spielbetrieb im Einsatz. Das Gros an Helfern stellt der SV Wiler-Ersigen mit seinen zahlreichen Vereinsmitgliedern. Sie sind ein eingespieltes Team. Hinzu kommen externe Volunteers und eine 9.Schulklasse aus dem Kanton Zürich, die ihr Schullager an der WM in Bern absolviert.

Höhepunkt am Donnerstag

«Bis jetzt ist alles gut gegangen. Einzig am Sonntag vor und nach dem Schweizer Spiel sind wir ans Limit gekommen», zieht Läng ein erstes Fazit. Die für das Unihockey-Publikum eher ungewohnten Eingangskontrollen führten zu langen Warteschlangen vor Spielbeginn. Und weil viele Zuschauerinnen und Zuschauer auch nach dem Schweizer Spiel blieben, wurde das Essen knapp. «Wir waren etwas überrascht, doch schlussendlich haben alle etwas zu essen gekriegt», erklärt Läng. 1600 Brötchen gingen am Sonntag über die Theke. Gewappnet sollten Läng und seine Helfercrew jetzt sein: am Donnerstag steht mit den Viertelfinalspielen der Höhepunkt auf dem Programm. «Wir erwarten volles Haus.» Der Geschäftsführer einer KMU hat für diese Woche extra freigenommen. Er arbeitet genauso freiwillig wie alle anderen Volunteers. Die Entschädigung ist einerseits die Freude am Event und andererseits die im Catering generierten Einnahmen. Sie gehen zur Hälfte an den Verband und zur Hälfte an Längs Verein, den SV Wiler-Ersigen.

Unterdessen hat Schweden auf 18:0 erhöht (Endresultat 33:2!). Läng freut sich über die schönen Spielsequenzen, die er zu sehen bekommt, und meint: «Das sind für mich die künftigen Weltmeister.»