Das Telefon kam anfangs September, kurz vor Meisterschaftsbeginn. Basel-Trainer Dino Stecher suchte noch einen Center und erinnerte sich an seinen ehemaligen Schützling beim EHC Biel, den Oltner Marco Vogt. Vogt war zu diesem Zeitpunkt nach einem Try-out kurz vor der Unterschrift beim HC Ajoie. «Ich hatte den Vertrag bereits erhalten, doch als Dino Stecher anrief, zögerte ich nicht lange.» Und so kam Marco Vogt, quasi auf Umwegen, zu den Basel Sharks. Keine drei Monate später unterzeichnete er bereits eine Vertragsverlängerung über zwei Jahre.

Ein waschechter Oltner

Der bald 24-jährigeist ein waschechter Oltner, von seinem Wohnort in Starrkirch zur Eishalle Kleinholz ist es ein Katzensprung, nur knapp vier Kilometer. Und trotzdem zog Marco Vogt aus der vertrauten Umgebung weg, zuerst mit 16 Jahren ins Sportgymnasium Davos und zu den Elite-Junioren der Bündner, zwei Jahre später nach Biel. Seinen ersten Vertrag als Profi unterzeichnete er allerdings wieder in Olten, spielte zwei NLB-Meisterschaften durch, hängte eine dritte an, doch «dann war die Zeit für eine neue Herausforderung gekommen. Es war wie bei einem Lehrling, ich hatte meine Lehre in Olten zwar abgeschlossen, doch irgendwie war ich immer noch «nur» der Lehrling». Deshalb schlug er die Offerte für eine Vertragsverlängerung in Olten aus.

Skorerwerte kontinuierlich gesteigert

Marco Vogt hat sich in Basel längst eingelebt, «der Start war harzig, da ich erst gegen Ende der Vorbereitungszeit zum Team stiess.» Mittlerweile hat er sich zum viertbesten Skorer des Teams entwickelt, führt als Center meistens die dritte Linie an – mit den Stammpartnern Marco Müller und Julian Schmutz, eine explosive Mischung mit «jungen Wilden.» Seine Skorerwerte hat er im Verlaufe der Jahre markant gesteigert, von 0,27 auf 0,7 Punkte pro Spiel. «Wenn es gut läuft, fallen die Pucks einfach rein und man weiss manchmal auch nicht wieso, doch seit ein paar Spielen hat es ins andere Extrem gedreht.» Denn auch seine Leistungen unterliegen den bereits hinlänglich bekannten Schwankungen der Sharks. «Ich bin ein Teil des Teams und auch ich muss in erster Linie vor meiner eigenen Haustüre wischen, die Fehler bei mir suchen und noch härter arbeiten.»

Stark gegen Top-Teams

Vogt tut sich schwer,das Auf und Ab zu erklären: «Bewiesen ist nur eines: Gegen die besseren Teams, spielen wir meist gut, weil sich jeder zu 100 Prozent konzentriert und seine Aufgabe erfüllt. Gegen vermeintlich schwächere Teams haben wir zu oft Mühe. Diese Spiele sind keine Selbstläufer, aber das sollten wir in der Zwischenzeit eigentlich wissen. Wir sind noch keine kreative Mannschaft, die nur mit spielerischen Mitteln siegt.» Basel spiele das beste Eishockey, wenn es mit viel Kampf und Körpereinsatz verbunden sei.

Das beste Beispiel dafür lieferten die Sharks kurz vor der Jahreswende in Langenthal: «Das muss das Erfolgsrezept sein.» Den Gegenbeweis, wie es eben nicht laufen darf, traten die Sharks im Heimspiel gegen Ajoie an: «Solche Spiele dürften wir eigentlich gar nicht abliefern, auch wenn ich zugeben muss, dass wir uns bei Heimspielen zusätzlich unter Druck fühlen.» Wer in die Playoffs will, muss auch mit Druck leben können. «Das stimmt», sagt Vogt und fügt bei: «Ich bin felsenfest überzeugt, dass wir es schaffen.»