Marco Roos als Sieger mit 94 Punkten und Stefan Studer mit dem längsten Streich, einem 26er, drückten dem Anlass ihren Stempel auf. Erfreulich, dass die beiden jüngsten Spieler, Simon Leuenberger, HG Schüpbach, und Simon Erni, HG Gondiswil, die Plätze zwei und drei mit je 93 Punkten belegten.

Als Novum wurden dieses Jahr auch starke Spieler aus unteren Ligen zum Pressehornussen eingeladen. So kamen auch Hornusser zum Zuge, welche in unteren Ligen zur Spitze gehören. Zudem konnten die Besucher bei brütender Hitze das Geschehen am Bock und im Ries erstmals auf einer 50 Quadratmeter grossen LED-Wand live verfolgen. Bewegte Bilder beim Schlagen und im Abtun, dazu die digitale Resultatsanzeige legten Zeugnis dafür ab, dass man im Hornussen mit der Zeit mitgehen will.

Roos ist wieder da

Marco Roos, der zweifache eidgenössische Festsieger von der HG Mättenwil-Zofingen, wollte nach seinem Erfolg nichts wissen von einer Favoritenrolle für das Eidgenössische Hornusserfest. Nach einer durchzogenen Saison, mit dem Abstieg aus der Nationalliga A, scheint er jedoch genau zum richtigen Zeitpunkt wieder in Topform zu kommen. «Ich betrachte mich in Lyss nicht als Favorit. Heute hat sich klar gezeigt, dass einige Spieler genauso stark sind wie ich. Ich denke da vor allem an Stefan Studer. Heute hatte ich sicher auch das Glück auf meiner Seite», sagte der erst 27 Jahre alte Disponent aus dem luzernischen Schötz.

Dass Stefan Studer von der HG Höchstetten der längste Streich des Tages gelang, überrascht nicht. Erst kürzlich gelangen ihm in der Meisterschaft 106 Punkte in vier Streichen. «Wenn bei ihm alles passt, ist er kaum zu schlagen», sagt Roos über seinen Rivalen.

Überrascht haben in Lyss am Mittwoch die beiden Youngsters Simon Leuenberger und Simon Erni. Leuenberger, der Truber von der HG Schüpbach, führte nach dem ersten Umgang mit 48 Punkten, nach einem weiteren 24er war er im letzten Streich um drei Zeilen kürzer. Der seit 2011 bei den Schüpbacher spielende Bodenleger war in dieser Saison handicapiert, weil ihn im Abtun ein Nouss an der Hand traf. Rechtzeitig scheint aber auch er wieder zur alten Stärke zurückzufinden. Mit Simon Erni belegte ein noch nicht 20-Jähriger den dritten Platz. Punktgleich wie Leuenberger liegt der Gondiswiler Sanitärinstallateur, der gegenwärtig die Zusatzlehre als Heizungsfachmann absolviert, auf dem dritten Rang. Dies noch vor Martin Stettler, dem letztjährigen Schweizer Meister. «Ich bin total überrascht, dass es so gut lief», so der Oberaargauer. Stettler hat bekanntlich 2011 die Einzelwertung gewonnen und zählt auch in Lyss zu den Favoriten im Kampf um den eidgenössischen Schlägerkönig.