Marco Pistolato, welcher Schmerz überwiegt derzeit mehr: der wegen des Final-Outs oder der wegen Ihres Rücktritts?

Marco Pistolato: Der Rücktritt war schon lange geplant. Ich habe vor Beginn der Saison gesagt, dass es meine Letzte sein wird. Die Enttäuschung über das Final-Out ist viel grösser. Ich hätte gerne mit einem Titel meine Karriere beendet.

Wie erklären Sie sich 0:3-Finalniederlage gegen Wiki-Münsingen?

Es hatte jede Partie ihre Sonderheit. Aber klar, die Niederlage am Donnerstag ist die Ärgerlichste. Vor heimischer Kulisse keinen Treffer erzielen ist sehr bitter. Wiki ist verdient Zentralmeister, es war in allen drei Partien cleverer als wir.

In den entscheidenden Partien waren einige Akteure nicht in Bestform. Warum war das so?

Wir kamen nicht an die Leistungen der Masterround heran, das stimmt. Vielleicht wäre der Knoten mit einem dreckigen Tor geplatzt. Wir haben zum Schluss nicht mehr konsequent das gemacht, was uns zuvor ausgezeichnet hat.

War Zuchwil in der Final-Serie zu weich?

Ja, wir haben die Checks nicht fertiggemacht. Im Nachhinein muss man sagen, dass ein paar dreckige Aktionen die Serie vielleicht hätte wenden können. Wir hätten ein Zeichen setzen müssen.

War es für Wiki ein Vorteil, dass es von eurem Ex-Trainer Stefan Gerber geführt wird?

Es gab in den letzten Jahren so viele Duelle und die Kader haben sich nicht stark geändert, wir kennen uns sehr gut. Ich glaube, das war kein grosser Vorteil. Wiki hat Gerbers System adaptiert und es hat geklappt. Es hatte zum Schluss einen Spielrausch.

Was hat Zuchwil in dieser Saison falsch gemacht?

Wir haben die Qualifikation gewonnen. Wir haben die Masterround gewonnen und wir sind in sechs Matches in den Final eingezogen. So weit haben wir alles richtig gemacht. Aber es ist Fakt, im Final waren wir drei Mal nicht bereit. Es ist mir ein Rätsel.

Das Saisonziel wurde verpasst, folgt jetzt der grosse Umbruch?

Nein, das glaube ich nicht. Der Kern des Teams bleibt beisammen. Manchmal braucht es vielleicht einen Schlag auf den Hinterkopf. Das Team muss jetzt stärker wieder aufstehen.

Ihr Dress mit der legendären Nummer 17 hängt jetzt am Hallendach des Sportzentrum Zuchwil. Was bedeutet das für Sie?

Das ist eine sehr schöne Anerkennung. Ich hatte in Zuchwil elf schöne Saisons mit Hochs und Tiefs. Der Zeitpunkt für diese Ehrung war ein bisschen unglücklich, aber nicht änderbar. Eine kleine Träne floss sicher.

Was machen Sie mit der Freizeit?

Ich habe viel Zeit für die Familie. Darüber hinaus werde ich eine Saison beim SC Obergerlafingen (3. Liga, Anm. d. Red.) bestreiten, damit löse ich ein Versprechen ein.