Fussball
Marco Mathys: «Spiele so wie auf dem Pausenplatz»

Marco Mathys gilt als eines der grössten Solothurner Talente. Mit dem Wechsel zum FC St. Gallen beginnt für den 24-Jährigen ein neues Kapitel.

Jonas Burch
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Neues Glück: Marco Mathys. JBU

Neues Glück: Marco Mathys. JBU

St.-Gallen-Trainer Jeff Saibene hat den Neuzugang des FC Biel jüngst mit den Worten «kreativ, intelligent und bodenständig» beschrieben. Marco Mathys lächelt verlegen. «Ich würde mich vor allem mit dem Wort ‹gemütlich› umschreiben», fügt der gebürtige Derendinger an.

Herz der Mannschaft

Eine gemütliche Person ist Mathys definitiv. Keine Spur von Arroganz oder Überheblichkeit. Deswegen ist es Mathys auch so leicht gefallen, sich beim Challenge-League-Spitzenreiter einzuleben. «Die Jungs haben mich auch super aufgenommen, das hat mir natürlich sehr geholfen.» Mit dem Wechsel zum Aufstiegs-Aspiranten erhofft sich das Jungtalent einiges. In Biel war er Topskorer (8 Tore) und das Herz der Mannschaft. Nach zwei Saisons bei den Bernern ruft nun die Ostschweiz.

«Die Unterschiede von St. Gallen zu Biel sind schon eindrücklich. Hier Verein ist alles nochmals grösser und intensiver.» Und hier werden auch die Rollen neu verteilt. Als Neuling muss er sich wieder aufs Neue beweisen.

Für den Solothurner kein Problem, schmunzelt sagt er: «Ausser mit dem Dialekt, komme ich hier mit den neuen Bedingungen bestens klar.»

Prominente Konkurrenz

Ernster wird Mathys, wenn er über seine Ambitionen spricht. Durchbeissen will er sich. Auch wenn er als gelernter Spielmacher in St. Gallen vermehrt auf den Flügeln eingesetzt werden soll. «Das spielt für mich keine Rolle. Hauptsache, ich erkämpfe mir einen Stammplatz.»

Konkurrenten gibt es beim neuen Arbeitgeber einige. Neben Mathys mischen auch Ex-Nationalspieler Alberto Regazzoni, Kristian Nushi und Manuel Sutter um einen Platz neben Spielmacher Oscar Scarione mit. Wer aktuell die besten Karten hat, um beim morgigen Rückrundenstart auf dem Platz zu stehen, weiss Mathys nicht. «Der Trainer hat sich noch nicht über die Aufstellung geäussert. Wer weiss vielleicht reicht es ja für mich», hofft die Nummer 27.

Bereits erste Akzente gesetzt

In den bisherigen Testspielen hat der Offensivspieler jedenfalls schon erste Akzente gesetzt und den einen oder anderen Assist beigesteuert. «Ich weiss, dass ich noch mehr zeigen kann und muss. Für den Anfang bin ich mit meinen Leistungen aber zufrieden.» Unter Druck setzt sich Mathys dabei ohnehin nicht. Würde er auch nie. Dafür hat er ein zu gemütliches und bodenständiges Naturell. Alles passiert intuitiv, Schritt für Schritt.

Weitere Gedanken über seinen sportlichen Werdegang will er sich nicht machen. Lieber lässt er alles seelenruhig auf sich zukommen, «dann zeigt sich von selber, wohin mein Weg führen wird.» Jetzt gilt das Hauptaugenmerk seinem neuen Arbeitgeber. Und den will Mathys mit seiner unbekümmerten und lockeren Art überzeugen. Sein Erfolgsrezept ist so simpel, wie einleuchtend: «Ich spiele einfach so wie damals auf dem Pausenplatz. Das hat bisher immer bestens funktioniert.»