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Manchester, Lyon, Grenchen: Miliolis sonderbare Reise

Feuerwehmann Fernando Milioli: Auch mit dem Brasilianer tut sich Wacker Grenchen weiterhin schwer. Schläfi

Feuerwehmann Fernando Milioli: Auch mit dem Brasilianer tut sich Wacker Grenchen weiterhin schwer. Schläfi

Der Torwart Fernando Milioli hält sich bei Wacker Grenchen fit und träumt von einem Supertransfer, der es ihm ermöglicht, seine Karriere neu zu lancieren. Zum grossen Aufwärtstrend konnte aber auch er den Grenchnern noch nicht verhelfen.

Mindestens ein Tor kassierte Fernando Milioli noch in jedem Match, den er als Goalie für Wacker Grenchen bestritt. Drei waren es auch gegen Derendingen im Duell «Not gegen Elend» der Solothurner 3. Liga. Aber diesmal gewann Wacker ausnahmsweise. Am Ende hiess es 6:3 – nicht zuletzt deshalb, weil Fernandos Manager Paulo Vogt drei Tore schoss. Ja, jener Paulo Vogt, der heute 37-Jährige, der 2006 mit Sion in die Super League aufstieg, um dann von Christian Constantin für zwei Millionen Franken zu Metalurg Donezk in die Ukraine verkauft zu werden.

Hilft gewonnenes Vitamin B?

Ausgebildet wurde Fernando beim südbrasilianischen Serie-A-Klub Criciúma. «Es war immer mein Traum, einmal in Europa zu spielen», sagt der Torhüter, der auch den Italienischen Pass besitzt. «So bin ich auf eigene Faust nach England gereist. Dort habe ich mich bei Manchester City zum Probetraining gemeldet und ich wurde provisorisch aufgenommen. Von Januar bis Juni durfte ich dort trainieren, City bezahlte mir Kost und Logis. Eines Tages traf ich Brasiliens Nationalspieler Fernandinho zusammen mit Manager Paulo Vogt in der Kantine, und Vogt hat mich eingeladen, die Ferien bei ihm in der Schweiz zu verbringen.» Den Transfer von Fernandinho von Schachtar Donezk zu Manchester City für 35 Millionen hatte ja Paulo Vogt, jetzt Assistenztrainer von Edvaldo Della Casa bei Breitenrain in der 1. Liga Promotion, mit eingefädelt – womit Fernandos Hoffnungen erklärt sind.

Aber warum wechselt ein 20-jähriger Goalie mit Ambitionen ausgerechnet zu Wacker Grenchen, das wohl eher ein Karrierenende als eine Chance darstellt? «Natürlich will ich weiterhin Profi werden», erklärt Fernando, «ich hoffe, in der Schweiz eine Chance zu bekommen. Bis dahin halte ich mich bei Wacker fit.»

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Am Freitagabend (Anstoss 20.30 Uhr) tritt Wacker zum letzten Meisterschaftsspiel des Jahres in Riedholz an. Die Chance, dass Fernando endlich einmal das «Zu null» halten kann, sind dabei nicht allzu gross. In einem kriselnden Verein wie Wacker auf sich alleine gestellt, kann selbst ein Goalie, für den der Ausbildungsverein Criciúma ursprünglich einmal eine Transfersumme von zwei Millionen Euro von Olympique Lyon gefordert hatte, nicht viel ausrichten. Als 16-Jähriger war Fernando der beste Goalie in den regionalen Jugendmeisterschaften von Santa Catarina. Aber Lyon schreckte vor der überrissenen Ablöse zurück. Mittlerweile wäre Fernando Milioli ablösefrei zu haben und er sucht weiterhin das Glück.

«Es gefällt mir sehr gut in der Schweiz und die Kälte schreckt mich nicht ab. Jetzt hoffe ich, bei einem guten Klub die Vorbereitung auf die Frühlingsrunde machen zu dürfen und einen Vertrag zu bekommen.»

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