Köniz ist mit 38 000 Einwohnern die grösste Agglomerationsgemeinde der Schweiz. Die Stadtberner spielen im Spitzenkampf gegen Wiler-Ersigen zwar gross auf. Aber am Ende darf der SVWE gross feiern und Köniz muss klein beigeben. Für den Leader ist es der neunte Erfolg in Serie.

Der Begriff «Langwiler» darf wieder verwendet werden. Aber nur aufgrund der Dominanz. Denn der Branchenleader spielt seit dem Amtsantritt von Trainer Heikki Luukkonen feinstes Offensiv-Unihockey, spektakulär für den Zuschauer. Die Könizer schaffen es auch im elften (!) Anlauf in Folge nicht, Wiler ein Bein zu stellen. Da hat sich ein echter Verlierer-Komplex entwickelt. In der Grossmatt zu Kirchberg entscheidet der Captain Matthias Hofbauer das Derby mit zwei Toren in den letzten acht Minuten – damit punktet Köniz erstmals in dieser Saison nicht.

Köniz bleibt hartnäckig

Nach zehn Minuten führt der Gastgeber bereits mit 2:0. Alles scheint den gewohnten Verlauf zu nehmen. Aber die Könizer sind der erwartet hartnäckige Gegner. Und sie bleiben dies bis zum Schluss. Antener bringt seine Farben in der 16. Minute mit dem Anschlusstreffer so richtig ins Geschäft.

Zu Beginn des Mitteldrittels schläft Wiler. Köniz wirbelt und macht die Tore. Nino Wälti (26.) und Schneiter (27.) treffen innert 44 Sekunden zum 3:2 und zur erstmaligen Führung der Gäste. Der Meister wankt, fällt aber nicht. Die Reaktion kommt schnell, ultraschnell. Nur gerade 50 Sekunden nach dem Doppelschlag gleicht Jussila das Skore wieder aus.

Es ist halt so wie immer

Zwar gehen die Gäste in der 33. Minute durch Wanner nochmals in Führung. Aber es ist dann halt doch so, wie immer. Christoph Hofbauer bringt sein Team wieder heran (36.).

Und in der Schlussphase zündet Bruder Mathias den Turbo. Davor tritt er kaum richtig in Erscheinung. Typisch für den «Tunnelmann» – «Ich fühle mich in engen Spielen wie in einem Tunnel, nehme nichts mehr um mich herum wahr», pflegte er schon häufig zu sagen. Oft, sehr oft, sorgt er in engen Spielen am Schluss für die Entscheidung. Sein 5:4 (52.) und das 6:4 (58.) zerstören sämtliche Hoffnungen der Könizer. «Ich hatte wirklich Mühe in den ersten zwei Dritteln», sagt Matthias Hofbauer und ergänzt: «Dann habe ich mir in der Pause Tigerbalsam ins Gesicht gestrichen, um wirklich fit zu sein. Ich habe den Abschluss vehement gesucht und sie gingen rein.» Wir notieren: Mit Tigerbalsam im Gesicht wird der «Mättu» selbst zum Tier.

Im entscheidenden Moment in den Tunnel einfahren

Er schwärmt von der engen Partie, die ihn an grosse Spiele erinnert habe. Und genau in diesen grossen Spielen kann er im entscheidenden Moment die Differenz ausmachen, fährt in den Tunnel ein. Der Captain und Teamleader hat bisher in allen zehn Saisonspielen ein Tor geschossen – persönlicher Rekord. Mit 18 Treffern ist er zweitbester Schütze der Liga und nach wie vor der Motor, das Herzstück der Mannschaft, der Siegbringer.