Handball

«Macchiato» verliert das Derby gegen Herzogenbuchsee

Handball Herzogenbuchsee gewinnt in der 1. Liga das Derby gegen die Spielgemeinschaft Langenthal/Solothurn ganz knapp mit 24:23.

Der HV Langenthal ist die Milch, der TV Solothurn der Kaffee, und zusammen bilden Sie den Kaffee Macchiato, der Spielgemeinschaft Langenthal/Solothurn genannt wird. Und wie beim Modegetränk täuscht der Name: Ein Macchiato ist nämlich eigentlich ein Glas heisse Milch, das nur dank ein paar Tropfen Espresso seine, schöne, braune Farbe bekommt.

Froh, in Langenthal zu sein

Ist also auch die Spielgemeinschaft nur so eine Art Schönfärberei? «Das sehe ich nicht so, es ist eine zusätzliche Option für uns Solothurner», meint Moritz Bruderer, der die paar Tropfen Kaffee darstellt. «Ich bin jetzt halt der einzige Solothurner, der diese Option wahrnimmt. Ich hätte in Solothurn einen Platz im erweiterten NLB-Kader, aber da ich wegen meiner Ausbildung nur einmal pro Woche trainieren kann, bin ich froh, dass ich mit Langenthal spielen darf.»

Abstieg ist kein Thema

In die 1. Liga aufgestiegen ist Langenthal im Sommer ja nur, weil es dank der Spielgemeinschaft den Platz des TV Solothurn übernehmen konnte. «Wir wussten von Anfang an, dass es für uns schwierig wird in der 1. Liga», sagte Langenthals Trainer André Bichsel vor dem Derby gegen Herzogenbuchsee. «Wir haben als Zweitligateam begonnen und sind dabei zu lernen, um zu einem Erstligateam zu werden.» Direkt absteigen wird die Spielgemeinschaft Langenthal/Solothurn nicht, da das Schlusslicht Servette eine absolut desolate Saison hinlegt. Aber auf eine ganz schwierige Abstiegsrunde muss sich das Team gefasst machen. Ganz besonders nach der Niederlage in einem Derby, das auch einen Strichkampf bedeutete.

Polster in wenigen Minuten

Und es war eine ganz, ganz ärgerliche Niederlage. Die erste Halbzeit war ein spannendes Hin und Her, und als Andy Kurth mit der Pausensirene das 10:11 für Langenthal schoss, war klar: Da liegt noch alles drin. Aber dann begann Herzogenbuchsee mit einer Portion mehr Härte zu spielen, was sofort Wirkung zeigte. Der HVH legte sich in wenigen Minuten ein Polster von fünf Toren zu. Beim Stand von 18:23 sah Buchsi wie der sichere Sieger aus.

Dann bäumte sich Langenthal plötzlich noch einmal ganz mächtig auf. Oliver Quaile war am Kreis nicht mehr zu halten, und als er 55 Sekunden vor Schluss den 23:24-Anschlusstreffer erzielte, «kochte» die Hard-Halle. Aber Buchsi war im Ballbesitz und schaffte es, die restliche Zeit unbeschadet verstreichen zu lassen.

Auf der Maur nicht ganz zufrieden

Hätte Langenthal die ganze Zeit so gespielt, wäre es als Sieger aus der Halle gegangen. So ganz zufrieden war deshalb am Ende HVH-Trainer Markus auf der Maur nicht: «Das Selbstvertrauen fehlt uns etwas», erklärte er den Einbruch gegen Schluss. «Es liegt nicht am Können. Die Mannschaft muss weiter zusammenwachsen. Aber es kommt gut, man sieht es ja daran, dass wir nun drei Spiele in Serie gewinnen konnten. Ich hoffe, dass wir nun noch den einen oder anderen Platz in der Tabelle nach oben klettern können.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1