Wer behauptet, dass Radquer ein Auslaufmodell ist, weiss nicht, wovon er spricht. So viele Zuschauer wie am Sonntag hatte es in Bützberg noch selten. Die besten nationalen Elitefahrer waren am Start und sorgten für ein attraktives Rennen. Auf dem schönen Rundkurs am Byfang mit seinen vielen kleinen und engen Schlaufen waren die Fahrer für das Publikum immer gleich an mehreren Stellen zu beobachten – so kam bestimmt nie Langeweile auf.

Mitreissendes Rennen

Das Fahrerfeld legte rasant los. Auf den ersten Metern übernahm Marcel Wildhaber die Führung, aber schon in der ersten Steigung wurde er vom einheimischen Lukas Flückiger überholt. Der pedalte wie ein Uhrwerk, seine 12 Rundenzeiten variierten um weniger als 10 Sekunden. Rasch konnte auch der letzte Verfolger Wildhaber nicht mehr mithalten. Spannend wurde es um den dritten Platz. Mountainbike-Marathonweltmeister Ralph Näf wurde immer schneller und liess im Schlussspurt Lars Forster, Mathias Flückiger und Julien Taramarcaz um Sekundenbruchteile hinter sich. Der dritte Bützberger, Andreas Moser, belegte den guten elften Schlussrang.

Überraschter Sieger

Dass die Rundstrecke diesmal eher wie ein Mountainbikerennen konzipiert war, ist leicht zu erklären: Lukas Flückiger und Andreas Moser hatten zusammen die Strecke ausgesteckt. «Es stimmt schon, dass wir sie etwas nach meinen Stärken ausgelegt haben», gab Sieger Lukas Flückiger zu. «Es hatte kurze, intensive Steigungen und steile Abfahrten drin, weshalb sich kein taktisches Rennen entwickeln konnte.»

Er sei extrem motiviert gewesen, sagte Flückiger. «Ich habe mich zwei Wochen intensiv vorbereitet und mich zuletzt zwei Tage sehr gut erholt.» Dass es aber so einfach sein würde, das hat selbst den Lokalmatador überrascht. «Wildhaber ist für mich derzeit der stärkste Schweizer Fahrer. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich so überlegen sein könnte.»

Generationenwechsel im OK

Obwohl das 12. Bützberger Radquer in jeder Beziehung ein Erfolg war, steht noch in den Sternen, ob es zu einer 13. Auflage kommen wird.

«Das jetzige Organisationskomitee wird, wie seit längerem angekündigt, zurücktreten», erklärte Beatrice Conrad, die zum sechsten Mal als OK-Präsidentin auftrat. «Nun ist es an den Jungen im VC Bützberg, die Verantwortung zu übernehmen und die Tradition weiterzuführen.»