Handball
Luca Mühlemann als Alleinunterhalter

In einem packenden Spiel gewinnt die SG Solothurn/Grauholz den Abstiegskampf gegen GC Amicitia 26:24 und löst sich weiter vom Tabellenende.

Hans Peter Schläfli
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Nicht zu stoppen: Luca Mühlemann war eine Klasse für sich.
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Es brauchte drei Zürcher um Luca Mühlemann zu stoppen.
Der Solothurner Martin Beer kommt gegen GC Amicitia zum erfolgreichen Wurf.
Solothurns Kreisläufer Luca Mühlemann setzt sich gegen zwei Zürcher durch.
SG Solothurn/Grauholz gewinnt gegen GC Amicitia 26:24

Nicht zu stoppen: Luca Mühlemann war eine Klasse für sich.

Wer die Spielgemeinschaft Solothurn/Grauholz in der Krise im vergangenen November gesehen hat, der traute am Mittwoch in der Solothurner CIS-Halle seinen Augen kaum. Damals wirkten die Solothurner schlapp und willenlos und traten wie ein Absteiger auf. Im Heimspiel gegen die SG GC Amicitia/RWZ – was für ein Namenskonstrukt – spielte da eine ganz andere, geschlossene Mannschaft mit Kampfgeist und Durchsetzungsvermögen, die das Feld in der Nationalliga B von hinten aufrollen will.

Einzig in der Mitte der ersten Halbzeit musste man ein wenig bangen, als GC kurze Zeit mit zwei Toren in Führung ging. Praktisch in jeder Szene dieser Phase entschieden die Schiedsrichter auf Penalty und Zweiminutenstrafe gegen die Solothurner. Aber diese wandelten den Ärger in positive Energie um und zeigten vor der Pause ihre besten Szenen, als sie aus einem 8:9-Rückstand einen 12:9-Vorsprung machten.

Unnötige Hektik

Einen Schwachpunkt müssen die Solothurner aber unbedingt noch ausmerzen: In den entscheiden Spielphasen brechen sie in unnötige Hektik, ja in Panik aus. Statt vor der Pausensirene mit Geduld den Abschluss zum vermutlich vorentscheidenden 13:9 zu suchen, gab es einen überhasteten Fehlpass und GC verkürzte mit einem Konter nur eine Sekunde vor der Sirene auf 12:10. Erinnerungen an den verschenkten Sieg gegen Chênois kamen auf.

Doch in der zweiten Hälfte gaben die Solothurner den knappen Vorsprung nie mehr aus der Hand. Als GC Amicitia etwas aufkam, wurde vorübergehende Oliver Zimmermann als Manndecker auf den stärksten Zürcher Luca Oberli angesetzt. Das wirkte: Drei Minuten vor Schluss führte Solothurn mit vier Toren. GC stellte auf eine 4-2-Deckung um und verführte die Solothurner zu überhasteten Abschlüssen. Und wieder liessen sich diese von einer unnötigen Hektik infizieren und man musste nochmals um den Sieg zittern. Aber dann zerrann die Zeit doch zum Vorteil von Solothurn/Grauholz. Der direkte Konkurrent im Kampf gegen den Abstieg wurde mit 26:24 besiegt.

Aggressivleader Mühlemann

Damit ist die SG Solothurn/Grauholz über den Strich geklettert. Diese positive Entwicklung wurde den Solothurnern nicht geschenkt, sie wurde mit einem Gesinnungswandel, viel Einsatz und Willen verdient. Nun wirkt sich auch die Rückkehr von Luca Mühlemann positiv aus. Zum wichtigen Sieg gegen Zofingen, das die SG Solothurn/Grauholz in der zweiten Halbzeit richtiggehend weggefegt hatte, steuerte der Kreisläufer nicht weniger als 9 Tore bei. Diesmal war allein sein Treffer zum 17:15 den Matchbesuch wert. Mühlemann gab einen grandiosen Schuss hinter seinem eigenen Rücken und entgegen der Laufrichtung ab. «Ich habe das im Training schon ein paar Mal gemacht und wusste, dass es funktioniert», sagte die Nummer 17 zu seinem Kunststück, «es war aber etwas riskant, denn, wenn der nicht rein geht, dann wäre das peinlich.»

Der Aggressivleader wird nun für den Rest der Saison die SG Solothurn/Grauholz verstärken und dann definitiv auf die nächste Saison zum BSV Bern in die Nationalliga A wechseln. An Motivation und Selbstvertrauen fehlt es Luca Mühlemann nicht: «Es macht immer gewaltig Spass und ich bin sicher, dass wir nicht absteigen werden, denn es ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen. Jetzt fahren wir am Samstag nach Stans und gewinnen auch dort, und dann sieht die Situation schon viel besser aus.»

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