Das Ziel von Nathalie Schneiter ist klar: Die 25-jährige Solothurnerin will sich an den beiden anstehenden Weltcups im tschechischen Nove Mesto nächstes und La Bresse (Fr) übernächstes Wochenende für die Olympischen Spiele in London qualifizieren. Dazu bedarf es zumindest einer Top-8-Klassierung. Insofern war ihr Heimrennen anlässlich des BMC-Cups an den Bike Days in Solothurn quasi ein letzter Formtest und wettkampfmässiger Aufgalopp.

«Zu Beginn hatte ich Mühe in Schwung zu kommen», hielt Schneiter fest. Das Short Race vom Vortag, welches sie gewonnen hatte, habe in den Beinen noch etwas nachgewirkt. Dann aber sei sie immer besser in Fahrt gekommen. Doch als sich nach einem Missgeschick einer Kontrahentin vor ihr ein Loch aufgetan habe, habe sie dieses nicht mehr schliessen können. Letztlich reichte es zum sechsten Rang. «Ich habe ein aktives und aus meiner Sicht gutes Rennen gezeigt», bilanzierte die Lommiswilerin. Und dabei ein Resultat erreicht, dass «mich durchaus zuversichtlich stimmt für die bevorstehenden, entscheidenden Weltcups.» Schliesslich sei das Feld top besetzt gewesen und die ersten acht Fahrerinnen seien alle nahe beisammen gewesen. Jetzt gelte es, sich aktiv zu erholen.

Süss zum Dritten

An der Spitze fuhren die 38-jährige Aargauerin Esther Süss und die Neuseeländerin Karen Hanlen der Konkurrenz in der Vierten von fünf Runden auf und davon. Süss ist bislang die einzige Schweizer Mountainbikerin, die mit ihrem vierten Rang zum Saisonauftakt im südafrikanischen Pietermaritzburg die geforderte Olympia-Norm erfüllt hat. Im Endspurt liess die Schweizerin ihrer Kontrahentin nicht den Hauch einer Chance. Esther Süss feierte damit den dritten aufeinanderfolgenden Sieg an den Bike Days in Solothurn. Aufgrund der bestechenden Form von Esther Süss sieht es so aus, dass sich Nathalie Schneiter wohl mit der Baselbieterin Katrin Leumann um den zweiten Startplatz für London auseinanderzusetzen haben wird.

Kein Grund zur Panik

Mit seinem sechsten Rang in Pietermaritzburg die Olympia-Norm ebenfalls schon einmal erfüllt hat Lukas Flückiger. Um indes ganz sicher zu sein, dass er in London dabei sein wird, ist der 28-jährige Leimiswiler überzeugt, dass er zumindest noch eine weitere Top-8-Klassierung im Weltcup braucht. «Ich habe mich deswegen aber nicht geschont», hielt Flückiger nach seinem Rennen in Solothurn fest. Ein Rennen, das er letztlich auf dem siebten Rang beendete. «Das ist sicher kein bombenmässig gutes Resultat, aber ich kann durchaus gut damit leben», so der WM-Fünfte des Vorjahres. Selbst wenn der Rückstand von fast zweieinhalb Minuten auf den Sieger etwas krass aussehe. Es seien Kleinigkeiten, die dieses taktische Rennen entschieden hätten, sagte Lukas Flückiger. «Wenn im die Post abgeht und Dir genau dann der entscheidende Kick fehlt, ist das Rennen an der Spitze gelaufen», so der Oberaargauer. Und dieser Druck auf die Pedale hat ihm im Moment X ganz offensichtlich gefehlt. Kein Grund zu Weltuntergangsstimmung: «Wichtig ist, dass es am nächsten und übernächsten Wochenende optimal läuft.» Schliesslich ist der interne Selektionskampf unter den Schweizer Anwärtern auf ein Olympia-Ticket steinhart.

Der Sieg in Solothurn ging schliesslich an die derzeitige Nummer 1 der Welt und bereits für London selektionierten Nino Schurter. Der Leader im Weltcup-Zwischenklassement setzte sich vor dem Deutschen Meister Moritz Milatz durch . Auf den dritten Rang fuhr der Schweizer Marathon Weltmeister von 2011, der Sigriswiler Christoph Sauser.