Bereits zum vierten Mal in dieser Saison klassierte sich Bruno Gisler an einem Kranzschwingfest auf dem zweiten Rang. Nach den Ehrenplätzen auf der Rigi, am Aargauer Kantonalen und am Baselstädtischen reihte sich der 30-jährige Rumisberger auch auf seinem Hausberg, dem Weissenstein auf Platz zwei ein. Damit war der Meisterlandwirt und dreifache Familienvater am Ende der beste Nicht-Sieger. Vor Gisler firmierten «finalement» nur die auf den Rängen 1a., 1b. und 1c. eingereihten Könige Matthias Sempach und Kilian Wenger sowie der in Topform befindliche Christoph Bieri. «Mit vier Eidgenossen auf meinen Notenblatt habe ich mir, denke ich, einen Spitzenplatz verdient», so Gisler. Definitiv.

Nur dem König unterlegen

Der Lokalmatador und Titelverteidiger musste sich im vierten Gang allein dem späteren Gewinner des Siegerrindes Colette – Matthias Sempach – geschlagen geben. «Gegen ihn zu bestehen ist nicht einfach», sagt Gisler. Recht hat er – schliesslich ist es noch keinem geglückt, den amtierenden König, seit dieser vor bald einem Jahr in Burgdorf die Regentschaft übernommen hat, auf den Rücken zu legen. In Umgang zwei dagegen büsste Gisler auch gegen den Emmentaler Thomas Zaugg mit einem Gestellten Punkte ein. Zaugg ist dreifacher Eidgenosse und gewann 2012 unter anderem auf der Schwägalp. «Gegen ihn habe ich immer eine 50 zu 50 Chancen. Aber ich darf auch gegen ihn nicht zu frech und ungestüm angreifen», so Gisler.

Das Nordwestschweizerische im Visier

Besonders nicht an einem Tag, an dem sich der 34-jährige Zaugg in glänzender Verfassung zeigt und am Ende des Fests zum erlauchten Kreis der Kranzgewinner gehört. Den zweiten Platz sicherte sich Gisler schliesslich mit zwei abschliessenden Siegen gegen Martin Rolli und Pascal Hirt. Lohn der Arbeit war der Gewinn des 99. Kranzes. Allein, es hätte auch der 100. sein können. «Ja, das wäre natürlich noch spezieller und schöner gewesen», gibt Gisler zu. Aber eben – dazu hätte er heuer am Schwarzsee eichenlaubgekrönt heimkehren müssen. Und das war damals nach drei Gestellten gegen die Berner Matthias Siegenthaler, Florian Gnägi und Remo Käser nicht der Fall. «Jä nu», meint Gisler, «in zwei Wochen ist das Nordwestschweizerische in Zuchwil – das ist ja auch eine Art Heimfest für mich. Ich hoffe, dass es dann klappen wird.» Der 100. Kranz würde dannzumal nicht weniger glänzen, sollte er dann kommen. Es wäre das Ticket in einen äusserst erlauchten Zirkel – 100 und mehr Kränze haben in der Geschichte des Eidgenössischen Schwingverbandes nur ganz wenige Mannen geschafft.

Bieri bezwingt Wenger. Weissenstein-Schwinget 2014.

Bieri bezwingt Wenger. Weissenstein-Schwinget 2014.

Stalder verpasst Kranz nur hauchdünn

Um einen mickrigen Viertelpunkt verpasst hat diesen Kranz am Weissenstein-Schwinget Remo Stalder. Der Mümliswiler zeigte nach seiner Startniederlage gegen Urban Götte zwar ein starkes Fest, doch zum Kopfschmuck reichte es nicht mehr. Es wäre der 38. gewesen für den 24-jährigen Zimmermann. Stalder wollte im Anschwingen gegen den Nordostschweizer Götte, den dreifachen Eidgenossen und zweifachen Rigi-Sieger, etwas probieren. «Ich habe noch nie gegen ihn gewonnen, daher habe ich auch versucht, ihm nicht ins Messer zu laufen.»

In der letzten Kampfminute musste sich der in seinem Premieren-Jahr als Eidgenosse befindliche Stalder schliesslich doch noch geschlagen geben. Ein weiterer Gestellter gegen den Berner Adrian Meuter, «der sehr passiv eingestellt war und gar nicht schwingen wollte», so Stalder, kostete die Solothurner schliesslich den zweiten Kranz auf ihrem Hausberg. Nichtsdestotrotz steht Remo Stalder heuer bereits mit fünf Kränzen in der diesbezüglichen Hitliste zu Buche.