1. Liga
Liverpooler Leihgabe schiesst den FC Wangen im Alleingang ab

Yesil trifft für Luzern II gleich dreimal. Die Niederlage des FC Wangen auf der Chrüzmatt war logisch, aber nicht unbedingt zwingend.

Edgar Straumann
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Der FC Wangen verliert gegen Luzern II.

Der FC Wangen verliert gegen Luzern II.

Hans Peter Schläfli

Der aktuelle Tabellen-Leader Luzern II gab sich bei seinem Gastspiel in Wangen keine Blösse und gewann standesgemäss. Nach dem, zugegeben auch mit etwas Glück, erknorzten Auswärtssieg zuletzt gegen Schlusslicht Bern, stand diesmal ein Gegner mit einem ganz anderen Kaliber gegenüber. Der Unterschied, welcher nicht zuletzt auch die Rangliste widerspiegelt, kam im Spiel selber recht bald zum Ausdruck. Die Luzerner, auf allen Positionen sehr gut besetzt, dabei individuell, technisch, läuferisch und was das Spielverständnis betrifft überdurchschnittlich in Erscheinung tretend, zeigten bald einmal, wer das Sagen hatte. Demgegenüber wurden die Gastgeber mehr zum Reagieren gezwungen, als selber agieren zu können.

Aus dem ausgeglichenen Team der Zentralschweizer ragte zudem noch ein Mann besonders hervor. Samed Yesil, vom FC Liverpool an den FC Luzern ausgeliehen, zeigte aufs Eindrücklichste, was Effizienz ist. Er allein erzielte sämtliche drei Tore für die Gäste, also einen Hattrick, wenn auch kein lupenreiner. Sich im Aufbautraining befindend, hat er sich damit bestens für die Wiederaufnahme in die erste Mannschaft empfohlen. Ein solcher Goalgetter fehlt dem FC Wangen an allen Ecken und Enden, konnte doch in den drei bisherigen Heimspielen in diesem Jahr noch kein einziges Wangner Tor bejubelt werden.

Bereits nach einer Viertelstunde wurde das Konzept der Einheimischen, kein Gegentor zu bekommen, durchkreuzt. Im Anschluss an einen Eckball stand Samed Yesil ungedeckt beim weiteren Pfosten und hatte keine Mühe, den Ball ins Wangner Tor zu versorgen. Grundsätzlich hätte seitens der Wangner eine Reaktion erfolgen müssen. Doch sie kamen gar nicht dazu, mussten sie sich auch weiterhin mit Defensivaufgaben befassen. Torhüter Marco Häfliger stand mehrmals im Brennpunkt des Geschehens, wie beispielsweise in der 31. Spielminute, als er den Ball nach einem Freistoss aus 20 Metern aus dem Lattenkreuz zur Ecke lenkte. Auch in der Folge standen die Gäste dem 2:0 nahe, zeigten aber mit Ausnahme ihres Goalgetters überraschende Abschussschwächen.

Für die zweite Halbzeit schickte Trainer Skrzypczak gleich zwei neue Spieler aufs Feld. Churlinov ersetzte Jukic im Sturm und im Mittelfeld sollte Gyorgiev für mehr Druck sorgen. Die Einwechslungen verfehlten ihre Wirkung nicht, kam doch das Heimteam bedeutend besser ins Spiel. Doch auch in dieser Phase war die letzte Konsequenz im Offensivbereich unverkennbar. Zur Vorentscheidung kam es nach etwas mehr als einer Stunde. Mit einem Freistoss aus einer Entfernung von 25 Metern war erneut Yesil erfolgreich. Er zielte den Ball über die Mauer hinweg genau ins Lattenkreuz. Noch geben sich die Wangner nicht geschlagen und verstärkten die Offensive. Dies wiederum eröffnete den Besuchern gute Kontermöglichkeiten, welche jedoch ungenützt blieben. Vorerst landete ein Ball nur am Pfosten und dann rettete erneut Häfliger in Corner. Doch in der 80. Minute machte es Yesil seinen Kameraden vor und erzielte mit dem dritten Tor einen Hattrick.

Kurz danach kam es in der Platzmitte zu einem Gerangel zwischen Xhema und Da Costa. Der Wangner liess sich vom Luzerner provozieren, mit dem Ergebnis der roten Karte für den Doppeltorschützen vom Spiel gegen Bern und nur Gelb für den eigentlichen Urheber. Mit einem Mann weniger hatten die Platzherren durchaus noch die Möglichkeit für den Ehrentreffer, doch selbst mit drei Abschlussversuchen aus derselben Aktion blieben sie erfolglos. Am Willen der Wangner, gegen den
Spitzenreiter bestehen zu können, fehlte es nicht. Doch der Wille alleine genügte schlicht und einfach nicht.

Wangen – Luzern 0:3 (0:1)

Chrüzmatt, – 220 Zuschauer, – SR: Guillaume Monti

Tore: 15. Yesil 0:1, 63. Yesil 0:2, 80. Yesil 0:3.

Wangen: Häfliger; Moser, Tahiri, Bekteshi, Milushev; Zimmerli, Gustavo, Quinjica (46.Gyorgiev), Husi (63. Sant Anna); Xhema, Jukic (46. Churlinov).

Luzern II: Bruhnsen; Bender, Knezevic (78. Ugrinic), Rogulj, Röthlisberger; Schmid, Da Costa, Voca, Rüedi (67. Wolf); Calic (60. Bühler), Yesil.

Bemerkungen: Wangen ohne Hajdari, Cazimovic und Halimi (alle verletzt) sowie Nabarro (gesperrt). Luzern meldet elf Spieler als abwesend. Verwarnungen: 33. Zimmerli (Foul), 62. Bekteshi (Foul), 84. Da Costa (Foul), 84. Platzverweis Xhema (Foul). Cornerverhältnis 2:5.