2. Liga inter
Ligaerhalt bei Castros Abschied: Trotz 0:1-Niederlage gegen Pajde bleibt der FC Wangen b. Olten in der 2. Liga inter

Wangens Trainer Juan Castro wird die Schweiz im Herbst in Richtung Spanien verlassen. Die Mannschaft verlor das Spiel gegen Pajde, schafft aber dennoch den Ligaerhalt.

Raphael Wermelinger
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Wangen bei Oltens Innenverteidiger Thomas Hubeli steigt am höchsten.

Wangen bei Oltens Innenverteidiger Thomas Hubeli steigt am höchsten.

Markus Müller

Am Mittwoch hatte er es der Mannschaft mitgeteilt. Auch seine engsten Vertrauten wussten nicht viel früher Bescheid. Wangens Trainer Juan Castro wird die Schweiz im Herbst in Richtung Spanien verlassen. In Barcelona wartet eine neue berufliche Herausforderung auf den 39-Jährigen. Am Samstag wurde er auf der Chrüzmatt vor dem letzten Heimspiel der Saison verabschiedet. «Es ist schon ein sehr spezieller Moment. Ich habe in Wangen mit fünf Jahren mit Fussballspielen angefangen», sagte Castro nach seinem vorerst zweitletzten Meisterschaftsspiel.

Einem nicht unwichtigen Spiel. Als Tabellenneunter mussten die Wangner noch immer um den Ligaerhalt bangen. Mit NK Pajde gings zudem gegen den Zweiten der Liga. Und dieser legte bereits in der 17. Minute vor. Nach einem Corner bugsierte Josip Kozic den Ball per Kopf über die Linie. Die Gäste hatten in der Folge viel Ballbesitz, die Wangner dafür die Torchancen. Zweimal Gabriel Strub (21. und 33.) sowie Joel Schwaller (39.) verpassten aus der Distanz. Kurz vor der Pause düpierte Sandro Husi Gäste-Torhüter Sasa Dreven beinahe mit einer missratenen Flanke. Pajde hätte in der 24. Minute auf 2:0 stellen können – Mladen Popovic vergab die Hundertprozentige.

Ein erfreulicher Anruf

Castro nahm in der Pause bereits seinen zweiten Wechsel vor und stellte auf eine Dreier-Abwehr um. Sein Team startete furios in die zweite Halbzeit. Nach der Hereingabe von Rouven Corti kam Husi völlig frei zum Kopfball, verfehlte das Tor aber. Nur Sekunden später knallte Rouven Corti den Ball an die Lattenunterkante.

Es waren noch keine drei Minuten verstrichen nach dem Seitenwechsel. Castro ärgerte sich hinterher: «Wir hatten Chancen für fünf oder sechs Tore. Dass wir sie nicht reinmachen, ist schon die gesamte Saison unser Manko.» Die letzte Möglichkeit des Spiels gehörte Innenverteidiger Thomas Hubeli, der den Ball nach einem letzten Energieanfall über die Querstange schoss.

Eine Herkules-Aufgabe

«Wir haben heute noch einmal alle Reserven mobilisiert. Ich bin grausam stolz auf die Mannschaft», so Castro. Nach dem Abpfiff ging auf der Chrüzmatt das grosse Warten auf die anderen Resultate los. Die Niederlage des Team Aargau U21 beim FC Wettingen sickerte rasch durch. Dann griff Castro zum Telefon und erhielt auch aus Schöftland frohe Kunde. Die Suhrentaler leisteten Schützenhilfe und besiegten den FC Rothrist mit 6:1. Der FC Wangen bei Olten bleibt in der 2. Liga inter. «Ich prophezeite schon vor der Saison, dass wir bis zum Schluss kämpfen müssen», sagte Castro. «Im Sommer begannen wir praktisch bei null mit einer komplett neuen Mannschaft.

Es war eine Herkules-Aufgabe und auch ein Risiko, auf so viele junge Spieler zu setzen. Einige spielten zum ersten Mal bei den Aktiven.» Bald-Auswanderer Juan Castro freute sich, dass der FC Wangen bei Olten am nächsten Wochenende ohne Druck nach Dulliken zum Derby fahren kann. Und über die danach anstehende Veränderung in seinem Leben. Insbesondere freut er sich auf «viel mehr Sonne», wie er lachend verkündete.

Krimi für Olten und Dulliken

Olten und Dulliken konnten im Gegensatz zum FCW nicht von den Niederlagen der Kellerkinder profitieren. Der FC Olten unterlag zu Hause den Reserven des FC Wohlen mit 1:5. Ebenso deutlich, mit 0:4, verlor der FC Dulliken auswärts beim Tabellendritten FC Muri. Beide Klubs haben ein Polster von zwei Punkten auf Rothrist (12.) und das Team Aargau U21 (13.). Während Dulliken am letzten Spieltag Wangen empfängt, wartet auf Olten das schwierige Auswärtsspiel bei NK Pajde (2.). Das Team Aargau U21 trifft auf Dietikon (6.), Rothrist auf Muri (3.). Gleich eine 0:9-Klatsche bezog der FC Biberist im Duell Aufsteiger in die 1. Liga gegen den Absteiger in die Solothurner 2. Liga.