Sportler von morgen
Leichtathletin Géraldine Andres: «Für EM in Zürich reicht es noch nicht»

Die im Januar 15 Jahre alt gewordene Géraldine Andres wohnt mit ihren Eltern, ihrer Schwester Fabienne und den drei Familienkatzen in Aarwangen. Im Leichtathletikverein Langenthal wurde sie gross und trainiert dort immer noch.

Yvonne Stampfli
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Géraldine Andres von der LV Langenthal macht gerne grosse Sprünge. bY. STampfli

Géraldine Andres von der LV Langenthal macht gerne grosse Sprünge. bY. STampfli

Allerdings wird sich der Trainingsort von Géraldine Andres bald in die Westschweiz verlegen. Denn sie befindet sich im Schlussspurt der obligatorischen Schulzeit. Anfang Juli hat Géraldine die 9. Realschule beendet und verlegt ihren Wohnsitz nach Genf, weil sie da das 10. Schuljahr als «Au pair» absolvieren will.

Wechselt gerne Windeln

«Ich will Französisch lernen, Erfahrungen machen und selbstständiger werden», erklärt die eher gross gewachsene Leichtathletin. Wohnen wird Géraldine in Nyon bei einer Familie mit drei Kindern zwischen vier Monate bis fünf Jahre. «Ich wollte eine Familie mit kleinen Kindern, ich wechsle gerne Windeln», sagt die Bernerin lachend. Wichtig sei ihr auch gewesen, dass die Familie Sport treibe.

Triathlon ist bei der Gastfamilie angesagt. Ihre Langenthaler Trainer Marc und Andrea Hammel organisieren ihr da ihr Training. Denn sie will weitermachen. Da sie die fünf Meter-Limite bereits geknackt hat, hat sie ihr persönliches Ziel um 14 Zentimeter auf 5,50 Meter heraufgesetzt. «Ich muss ja eine Motivation haben.»

Nach dem 10. Schuljahr möchte sie in einem Sportgeschäft in der Region eine Lehre im Detailhandel beginnen. «Den Sport möchte ich auch mit meinem Beruf verbinden.» Die leidenschaftliche Snowboarderin bevorzugt eine Lehrestelle rund um Aarwangen, wo sie mit dem Velo oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren kann. Trainieren möchte Géraldine dann wieder in Langenthal.

Schnelle Beine gefragt

Die ehrgeizige, langhaarige, sympathische Blondine will sich voll auf den Sport konzentrieren. Der Hallen-Titel war ihr bisher grösster. Allerdings habe sich dadurch nichts verändert, der Tagesablauf sei gleich geblieben, jedoch meint Géraldine: «Der Tag war schon speziell, und später auf dem Sportplatz haben mir viele Schüler gratuliert.»

Nun bereitet sich die junge Oberaargauerin auf den Wettkampf um die schnellste Oberaargauerin vor. Bei diesem Nachwuchs-Sprintwettbewerb darf sie zum letzten Mal antreten. Am Auffahrtsmeeting in ihrem Heimklub kann sie leider nicht starten – Konfirmation. Der nächste grosse, sprich nationale Wettkampf findet Anfang Juni auch in Langenthal statt. Auf ihre weitere Karriere angesprochen erklärt die Schoggigeniesserin: «An die EM wäre cool, aber für Zürich in zwei Jahren reicht es wohl noch nicht.»

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