Eishockey NLB

Leaderthron zementiert: Olten gewinnt Spitzenspiel in Langnau

Remo Hirt (Nr. 37) brachte seine Oltner mit dem 2:2-Ausgleichstreffer wieder zurück ins Spiel. Philipp Ryf

Remo Hirt (Nr. 37) brachte seine Oltner mit dem 2:2-Ausgleichstreffer wieder zurück ins Spiel. Philipp Ryf

Der EHCO besiegt einen undisziplinierten Haufen Tiger in der NLB verdient mit 5:3. Nach einer frühen Führung drehten die Langnauer die Partie, ehe Olten am Ende das bessere Ende für sich behielt.

Sandro Tschuor gewinnt das erste Bully der NLB-Partie, Christopher Bagnoud spielt die Scheibe an die linke Bande zu Philipp Wüst, der lässt, nach einem seiner gewohnt saftigen Antritte, seinen «SCL-Begleiter» mit einem Vollstopp ins Leere, passt zur Mitte, wo wieder Tschuor mittels sattem Direktschuss zum 1:0 verwandelt. Was sich liest wie das Wunschszenario zum Beispiel eines Scott Beattie, spielte sich gestern Abend genau so ab.

Zwölf Sekunden waren gespielt, da lagen die Gäste schon in Führung – nachdem sie bereits den ersten Auftritt in der neuen Ilfishalle am 2. November voll und ganz nach ihrem Gusto gestaltet hatten. Doch diesmal liessen sich die Gastgeber nicht wieder derart vorführen, wie damals. Im Gegenteil: Nur sechs Minuten später hatten sie das Ding gekehrt und lagen ihrerseits mit 2:1 in Führung. Dass dabei mit Hecquefeuille der einzige genügende Langnauer aus dem letzten Aufeinandertreffen für den Ausgleich zuständig war, passte irgendwie zum torreichen Auftakt in die Partie.

Gäste finden wieder ins Spiel

So schnell sich die Gastgeber vom ultrafrühen Rückstand erholt hatten, so zügig fanden auch die Gäste wieder zu ihrem Spiel. Im ersten Powerplay zum Beispiel, in welchem sie mit einigen speziellen Elementen aufwarteten, aber erst zum 2:2 trafen, als sich die Strafbanktür für Kuonen bereits geöffnet hatte. Nach den ersten 20 Minuten waren es eher die Langnauer, welche mit den zwei Gegentreffern gut bedient waren. Zwar hatte auch Thomas Bäumle einige heikle Aktionen zu überstehen, die klareren Möglichkeiten vergaben aber die Oltner: Mit Adrian Brunner war dabei ein Ex-Langnauer der grösste «Sündenbock».

Viel zu diskutieren

Was als nächstes zu diskutieren gab im Spiel der beiden Tabellennachbarn, war die 29. Minute. Dass sie beinahe zehn Minuten dauerte, ehe Kolnik mit seinem Slapshot-Treffer von der blauen Linie sozusagen die nächste einläutete, lässt auf einigen Zündstoff schliessen. So brachte sie zuallererst einen enttäuschten EHC Olten hervor, welcher soeben 120 doppelte Überzahlsekunden ungenutzt, dazu relativ harmlos verstreichen liess. Unmittelbar danach beorderte Head Erard SCL-Goalie Croce auf die Spielerbank, weil dieser zuvor zur Bank und (unerlaubterweise) wieder zurück ins Tor fuhr. Auf die (laut Reglement) fällige Zwei-Minuten-Strafe verzichte Erard hingegen. Doch damit nicht genug: Noch immer lief besagte 29. Minute, als Bagnoud mit seinem Crosscheck gegen Claudio Moggi eine Keilerei provozierte und zusammen mit Teamkollege Feser sowie den Langnauern Sandro Moggi und Rytz vorzeitig unter die Dusche musste.

Turbulentes Drittel

Das letzte Wort, und das gleich doppelt, sprachen aber die Gäste in diesem turbulenten Drittel, nachdem die Partie in geordneten Bahnen weitergeführt werden konnte. Erst glich Steve Mason mit seinem ersten Saisontreffer zum 3:3 aus, ehe die Oltner doch noch eine doppelte Überzahl auszunutzen vermochten. Ganz traf, sieben Sekunden vor der zweiten Sirene, zum 4:3 aus Sicht der Gäste. Und damit konnte der Tabellenführer in den letzten 20 Minuten das tun, was er eben auch exzellent beherrscht: einen Vorsprung verwalten. Obwohl phasenweise Spiel bestimmend, wurden die SCL Tigers nur noch ganz selten richtig gefährlich. Im Powerplay zum Beispiel, doch da brauchte es eine schöne Kuonen-Einzelleistung, damit sich Bäumle ernsthaft auszeichnen konnte.

Di Pietro markiert 5:3

Dann waren noch knapp sechs Minuten zu spielen, als Wiebe für Di Pietro auflegte, und dieser in Überzahl zum 3:5 traf – das Schlussresultat. Jetzt lagen die Nerven der Langnauer endgültig blank. Anstatt zu spielen, verspielten sie die letzte Möglichkeit, mit einem späten Lucky Punch ins Spiel zurück zu finden. Gleich vier Disziplinarstrafen sprach Erard drei Minuten vor Schluss gegen die Tiger aus, welche zugleich den Schlusspunkt unter eine wahre Strafenflut setzten.

EHCO-Coach Scott Beattie war die Genugtuung über den Sieg anzusehen. «It was nice to watch them explode», meinte er mit einem Lächeln im Gesicht, und auch Fabian Ganz, zum besten Oltner des gestrigen Abends ausgezeichnet, war natürlich zufrieden. «Für solche Spiele spielt man Hockey. Wenn man dann noch gewinnt, umso besser.» Der Verteidiger sah vor allem in der eigenen Besonnenheit den Unterschied. «Wir haben bis zum Ende unser Spiel durchgezogen und gewusst, dass man mit diesem Schiedsrichter nicht diskutieren sollte.» Die SCL Tigers wissen es seit gestern Abend auch.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1