Volleyball

Lausanne crasht Eröffnungs-Party in Schönenwerd

Schönenwerds Passeur Leon Dervisaj (links) und Christoph Hänggi können Lausannes norwegischen Aussenangreifer Jonas Kvalen nicht blocken.

Schönenwerds Passeur Leon Dervisaj (links) und Christoph Hänggi können Lausannes norwegischen Aussenangreifer Jonas Kvalen nicht blocken.

Volley Schönenwerd verliert das Eröffnungsspiel in der Betoncoupe Arena gegen Lausanne mit 1:3.

«Es war richtig cool», sagte Schönenwerds Mittelblocker Christoph Hänggi nach dem ersten Auftritt in der neuen Betoncoupe Arena. Er und seine Mitspieler seien sprachlos gewesen, als sie am Vortag eine kurze Trainingseinheit im zukünftigen Zuhause absolvieren durften: «Es ist ein ganz anderes Gefühl, in einer Halle zu spielen, die speziell auf Volleyball ausgerichtet ist.» Die Arena sei höher, das Spielfeld viel besser markiert und die Tribüne perfekt platziert, so Hänggi. «Und es gibt sogar einen Kraftraum.»

Der 24-Jährige spielt seit 2011 für das Schönenwerder NLA-Team und ist zusammen mit Captain Leandro Gerber der Dienstälteste. In den letzten Jahren fanden die Trainings meistens in Aarau statt, die Meisterschaftsspiele trug das Fanionteam in Däniken, Mittelgösgen und Olten aus. Nun habe der Klub mit der Betoncoupe Arena endlich ein richtiges Zentrum. «Das wird das Vereinsleben deutlich stärken», ist Hänggi sicher. «Während meiner bisherigen Zeit bei Volley Schönenwerd sah ich praktisch nie ein anderes Team. Das wird sich jetzt zum Glück ändern.»

Die Betoncoupe Arena in Schönenwerd ist die neue Volleyball-Hochburg der Schweiz

Die Betoncoupe Arena in Schönenwerd ist die neue Volleyball-Hochburg der Schweiz

Die Vorfreude auf das Eröffnungsspiel sei von Tag zu Tag gestiegen, blickte Hänggi zurück. «Die Stimmung in der Garderobe vor dem Spiel war speziell. Alle waren natürlich ein bisschen nervöser als sonst, aber auch motivierter.» Das Heimteam wurde denn auch von einer frenetischen Kulisse empfangen. Endlich herrschte wieder einmal Gänsehaut-Feeling an einem Heimspiel der Niederämter. Die Stimmung erhielt im Verlauf der Partie gegen den NLA-Leader Lausanne dann allerdings einen Dämpfer.

Die Gastgeber konnten nämlich nur in den ersten beiden Sätzen mit den Waadtländern mithalten. Den ersten Durchgang verloren die Schönenwerder unnötig mit 23:25, nachdem sie bis zum 23:22 geführt hatten. Dank einem 25:22 schaffte «Schöni» den Satzausgleich, doch nach der Pause konnten die Platzherren ihr Niveau nicht mehr halten und unterlagen in den Sätzen drei und vier klar mit 17:25 und 15:25. «Sie waren konstanter und verzeichneten zwei, drei gute Serien am Service», ergründete Christoph Hänggi die Niederlage. Die Eröffnungsfeier der Arena sah er dadurch aber nicht beeinträchtigt: «Ein Sieg wäre natürlich schön gewesen, aber an diesem Tag steht nicht das NLA-Team, sondern das Projektteam im Vordergrund.»

Wie eine Familie

Trainer Rainer Vassiljev begründete die Niederlage mit der individuellen Klasse Lausannes. «Ihre Schlüsselspieler konnten ihr Niveau während des gesamten Spiels halten. Wir müssen physisch und mental hundertprozentig bereit sein, um die Spitzenteams zu schlagen.» Vor einer Woche sei dies beim 3:2-Erfolg gegen den Titelverteidiger Amriswil gelungen. Einige Spieler seines Teams hätten in ihrer Karriere noch nie eine solche Ambiance erlebt wie am Samstag. Die Mannschaft habe nicht unter grösserem Druck gestanden als sonst, aber doch unter Zugzwang.

Die Arena bezeichnete Vassiljev als brillant. «Ein grosses Dankeschön an die Leute, die diese Idee hatten und so viel Energie in das Projekt gesteckt haben.» Schon bei seiner Ankunft im September habe er gemerkt, dass Volley Schönenwerd ein spezieller Verein sei. «Es ist wie in einer Familie, jeder bringt etwas rein für das Gemeinwohl. Ich bin glücklich, ein Teil davon zu sein.» Mittlerweile habe er in der Schweiz viele Hallen gesehen. Etwas Vergleichbares wie die Betoncoupe Arena gäbe es nicht: «Kein anderer Klub hat so gute Voraussetzungen wie wir jetzt. Die Halle bringt aber nicht nur Schönenwerd vorwärts, sondern den Schweizer Volleyballsport insgesamt.»

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