Interclub Tennis
Laura und Julia Brack: Die Schwestern aus Gunzgen sind das beste Junioren-Doppel

Die Schwestern Laura (18) und Julia Brack (15) holten den Meistertitel in der Interclub-Saison 2017 bei den U18-Juniorinnen.

Raphael Wermelinger
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Laura und Julia Brack beim Training im Tenniscenter in Kappel.

Laura und Julia Brack beim Training im Tenniscenter in Kappel.

Remo Fröhlicher

Mehr als 2 000 Teams kämpften in diesem Jahr in den Kategorien U18, U15 sowie U12 um die Schweizer Interclub-Meistertitel. Bei den U18-Juniorinnen triumphierten zwei Schwestern aus Gunzgen: Laura und Julia Brack.

Das Duo verlor in der Vorrunde im Juni auf Sand keinen einzigen Satz, blieb auch in den ersten beiden Runden der K. o.-Phase im August und September unangetastet und qualifizierte sich souverän für das Finalwochenende der besten vier Teams in Winterthur.

Final als Ziel

«Weil wir dieses Jahr zum letzten Mal zusammen antraten, wollten wir unbedingt in den Final kommen», sagt Laura Brack, welche im kommenden Jahr altersbedingt nicht mehr bei den Juniorinnen starten darf. Für die Brack-Schwestern war es heuer bereits die dritte Teilnahme.

Zu einem dritten und einem vierten Platz hatte es in den Vorjahren gereicht, «jetzt wollten wir natürlich gewinnen», so Julia. Der Plan ging auf. Nach einem weiteren Zu-null-Sieg im Halbfinal stand den beiden nur noch ein Bündner Duo aus Chur im Weg. Es wurde zwar zum ersten Mal in dieser Saison knapp, Laura musste ihr Einzel abgeben. Doch im Doppel holten sie sich mit einem 7:5 und 6:3 den entscheidenden Sieg für den Titelgewinn.

Top-80-Platz als Ziel

Die Brack-Schwestern fanden wegen ihrer Mutter Carolina, die seit vielen Jahren aktiv ist, zum Tennissport. Anfangs trainierten sie im Tenniscenter in Kappel, danach wechselten sie aufgrund der besseren Infrastruktur nach Oberentfelden in die Tennisschule Aarau West und schliesslich in die Tennis-Academy von Michel Kratochvil.

Heute trainiert Julia bei Swiss Tennis in Biel. Dreimal pro Woche, während sie zeitgleich ihr neuntes Schuljahr absolviert. «Ich will unter die besten achtzig Spielerinnen der Schweiz kommen», formuliert die 15-Jährige ihr nächstes Karriereziel. In den Top 300 des Landes ist sie bereits. «Die Luft ganz vorne wird halt immer dünner», weiss sie.

Laura Brack konzentriert sich im Moment auf ihre Ausbildung an der Fachmittelschule. In Richtung Ergo- oder Physiotherapie soll es bei der 18-Jährigen gehen. Daneben liege maximal noch ein Training pro Woche drin. «Für mich ist es eh schon zu spät, um noch auf Tennis zu setzen. Ich möchte einfach mein Niveau halten, konzentriere mich aber klar auf die Ausbildung.»

Mit- statt gegeneinander

Wer gewinnt denn eigentlich die Direktduelle unter den Geschwistern? «Das letzte Mal habe ich gewonnen», kommt die blitzschnelle Antwort von der älteren Schwester. «Da spielte ich auch katastrophal», entgegnet Julia sofort. «Das spielt doch keine Rolle, ich habe gewonnen», hält Laura fest. «Meistens gewinne aber ich», lässt Julia nicht locker. Beide drehen den Kopf in Richtung ihrer Mutter, die nach möglichst diplomatischen Worten sucht.

«Es ist schwierig, sie sind halt Schwestern. Wenn Laura wirklich will, dann spielt sie phänomenal. Aber Julia ist konstanter, was natürlich daran liegt, dass sie momentan viel mehr trainiert. Sie ist schon ein bisschen besser.»

Fast entschuldigend blickt sie zu ihrer älteren Tochter, die nun lachend zustimmt, ohne sich einen Seitenhieb verkneifen zu können: «Logisch ist sie besser, das ist mir schon klar. Aber trotzdem habe ich gewonnen.» Julia kontert: «Wenn Laura gegen mich spielt, kann sie plötzlich alles und gräbt jeden Ball aus.» Dann also doch lieber mit- statt gegeneinander.