Inlinehockey
Laupersdörfer sind Quali-Könige der NLA

Der HC Laupersdorf steht in der NLA vor dem sechsten Qualifikationssieg in Serie. Vor dem letzten Spiel gegen Zug-Freiamt liegen die Thaler mit drei Punkten Vorsprung auf Embrach an der Tabellenspitze. Aufgrund des deutlich besseren Torverhältnisses ist den Laupersdörfern der Qualisieg kaum noch zu nehmen.

Raphael Wermelinger
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Szene aus der Partie vom vergangenen Samstag: Die Laupersdörfer Dominik Brack (Mitte) und Michael Gerber (rechts) belagern das gegnerische Tor.

Szene aus der Partie vom vergangenen Samstag: Die Laupersdörfer Dominik Brack (Mitte) und Michael Gerber (rechts) belagern das gegnerische Tor.

Markus Müller

«Das weiss ich selbst nicht so recht», zögert Spieltrainer Michael Gerber mit seiner Antwort auf die Frage, wieso dem HCL in den vergangenen sechs Jahren in der Qualifikation kein Gegner das Wasser reichen konnte. «Unsere grösste Stärke ist wohl der Zusammenhalt, wir haben eine sehr gute Stimmung im Team.» Auch die Trainingspräsenz sieht Gerber als Faktor für die Erfolge: «Es fehlt kaum mal ein Spieler im Training. Jeder gibt alles, vom Anfang der Saison bis zum Schluss.»

Zudem sei das Team von Abgängen verschont geblieben, so Gerber: «Wir hatten keine grossen Wechsel in den letzten Jahren. Und wenn mal ein Spieler altersbedingt seinen Rücktritt bekannt gab, konnten wir immer eigene Junioren in die erste Mannschaft nachziehen.»

Den Schlendrian austreiben

Laupersdorf ist der amtierende Schweizer Meister und somit auch automatisch der Favorit auf den Meistertitel 2016. Bis jetzt wurden die Thaler ihrer Favoritenrolle absolut gerecht. 10 der 13 Spiele gewann das Team von Michael Gerber, der aber nicht ganz zufrieden ist. Er freue sich zwar über den Spitzenplatz, doch in der Schlussphase der Qualifikation habe sich der Schlendrian eingeschlichen bei den Laupersdörfern.

«Das ist zwar verständlich, wenn die Playoffs schon fix sind und es um nicht mehr allzu viel geht, aber es ist trotzdem schade.» Gerber weiss genau, dass der Qualifikationssieg alleine noch gar nichts zählt. In den vergangenen fünf Saisons konnten die Laupersdörfer nur einen von fünf Qualisiegen in den Gewinn des Meistertitels ummünzen: im letzten Jahr.

Fehlende Nervenstärke sieht Gerber nicht als Grund für das Scheitern in den anderen vier Jahren. «Im Inlinehockey ist es einfach üblich, dass die besseren Teams plötzlich vollzählig sind oder sich auf die Playoffs hin sogar noch einmal verstärken und dank guten Einzelspielern dann in der entscheidenden Phase noch eine Schippe drauflegen können.»

Die besten Einzelspieler der Qualifikation stellt aber ganz klar der HCL. Unter den erfolgreichsten fünf Punktesammlern der NLA finden sich drei Laupersdörfer. Andi Zehnder ist mit 29 Punkten (16 Tore, 13 Assists) der aktuelle Topskorer der Liga.

Auf Platz drei liegt Adrian Gerber (12/16), gleich dahinter folgt EHCO-Spieler Diego Schwarzenbach mit 14 Toren und 13 Vorlagen. Auffallend ist, dass Laupersdorf zwar mit Abstand am meisten Tore schiesst von allen Teams, aber auch mehr Gegentore kassiert als die anderen Spitzenklubs.

Diese defensive Anfälligkeit will Coach Michael Gerber im Hinblick auf die anstehenden Playoffs ausmerzen: «Wir haben die Taktik schon in den letzten Spielen leicht angepasst. Statt mit drei Spielern den Gegner in dessen Zone unter Druck zu setzen, bleiben jetzt immer zwei Spieler in der Abwehr, damit wir hinten stabiler stehen.»

Nach dem letzten Qualispiel vom 28. Juni werden am 2. und 3. Juli die Playoff-Halbfinals mit Hin- und Rückspiel über die Bühne gehen. Die beiden Finalspiele wurden auf den 9. und 10. Juli terminiert. «Die Titelverteidigung ist ganz klar unser Ziel», sagt Michale Gerber knapp zwei Wochen vor dem Playoff-Start. «Der härteste Konkurrent ist sicher Embrach, doch wenn wir mit der gleichen Formation wie in der Quali spielen können, haben wir sehr gute Chancen auf den Titel.»

Inlinehockey NLA

Rangliste (je 13 Spiele)
1. Laupersdorf 30. 2. Embrach 27. 3. Thurgau 22. 4. Linth 21. 5. Tuggen 19. 6. Zug-Freiamt 18. 7. Oberrüti-Sins 11. 8. Rüschlikon 8.

Letzte Qualifikationsspiel
28. Juni: Zug-Freiamt – Laupersdorf (Kleinholz Olten, 20.00)

Playoff-Spielplan
2./3. Juli: Halbfinals (Hin- und Rückspiel)

9./10. Juli: Final (Hin- und Rückspiel)