Die Solothurner schafften es im Playoff-Final nicht, ihren 4:3-Vorsprung aus dem Hinspiel zu verteidigen und verpassen somit den ersten Schweizermeistertitel seit 2006. Im Rückspiel in Zuchwil unterlagen die Laupersdorfer in einer hochspannenden Schlussphase den Razorbacks Zug-Freiamt mit 7:9.

Nachdem Laupersdorf die Qualifikation souverän für sich entscheiden konnte und in den Playoffs den Titelverteidiger Embrach eliminierte, war die Enttäuschung nach der Finalniederlage riesig. «Unbeschreiblich», sagt Diego Schwarzenbach, der Liga-Topscorer in den Playoffs kurz nach der Schlusssirene. Umso bitterer wird die Niederlage, wenn man bedenkt, dass Laupersdorf die beiden Qualifikationsspiele sowie das Final-Hinspiel gegen die Zuger, wenn auch jeweils sehr knapp, gewinnen konnte.

Kein Selbstläufer

Nach dem 4:3-Auswärtssieg am Samstag sollte das alles entscheidende Spiel am Sonntag zu einem Selbstläufer werden – dachten sich wohl die Solothurner. Ihr Gegner aus Zug zeigte sich aber unbeeindruckt und schockte den Gastgeber mit einem Blitzstart. Bereits nach acht Minuten stand es 1:4 aus Sicht der Laupersdorfer, die nicht wussten, wie ihnen geschah. Coach Roger Ackermann nahm sein Time-Out und versuchte seine Spieler zu motivieren. Vergebens, nur wenige Minuten später stand es 1:6 und Torwart Bruno Gautschi, der mit einigen starken Paraden dafür sorgte, dass in der ersten Hälfte die Toranzahl der Gäste nicht zweistellig auf der Anzeigetafel erschien, verliess das Feld.

Silvan Eggenschwiler ersetzte ihn und hielt für den Rest der ersten Hälfte seinen Kasten sauber. Mit einem 2:6-Rückstand gingen die Laupersdorfer in die Halbzeitpause – der Playoff-Final 2014 schien schon früh entschieden.

Spektakuläre Aufholjagd

Wie ausgewechselt kamen die Solothurner dann aber aus der Kabine. Sie konnten in den Startminuten der zweiten Halbzeit gut mithalten und das Spiel ausgeglichen gestalten. Coach Ackermann schien in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben. «Wir konnten im Kopf den Schalter umdrehen und versuchten, in der zweiten Halbzeit mit vielen Abschlüssen zu Tormöglichkeiten zu kommen. Aufgeben kam für uns nicht in Frage», meinte Diego Schwarzenbach, der im Winter in der Eishockey-NLB für den EHC Olten stürmt. Dass die Laupersdorfer immer an den Sieg glaubten, bewiesen sie zwischen der 43. und der 45. Minute. Innert zwei Minuten gelangen ihnen gleich vier Tore zum Zwischenstand von 7:8, welcher eine Verlängerung erzwungen hätte.

Gegentor kurz vor Schluss

Nun wurde es zum dramatischen Final, der an Spannung nicht zu überbieten war. Nur wenige Sekunden blieben auf der Uhr, als die Laupersdorfer sogar noch die Chance zum Ausgleich bekamen, aber gleich mehrfach an Razorbacks-Goalie Mike Schmocker scheiterten. Im Gegenzug kamen die Zuger ihrerseits noch zur letzten Torchance des Spiels – und Tobias Mäusli hämmerte den Puck acht Sekunden vor Schluss in die Maschen.

Für die Razorbacks Zug-Freiamt bedeutete dies der erste Meistertitel seit 2011. Diego Schwarzenbach fand nach dem Spiel die Gründe für die schmerzliche Niederlage. «Wir haben es in der ersten Halbzeit vergeigt. Die Zuger überfuhren uns mit ihrem Tempo und waren effizient vor dem Tor. Schlussendlich hat die Qualität der einzelnen Spieler den Unterschied gemacht».