Volleyball Schweizer Cup
Laufenburg liess das Derbyfeuer nur im zweiten Satz lodern

Laufenburg-Kaisten verliert den Cup-Fight gegen den oberklassigen TV Schönenwerd mit 1:3. Die Solothurner spielten ihre Trümpfe, die sprunggewaltigen Angriffsspieler Jordan Richards und Jan Schnider, konsequent aus und gewannen am Ende ungefährdet.

Timon Richner
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Smash 05 Laufenburg-Kaisten - TV Schönenwerd
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Mathias Jost findet mit seinem Angriff einen Weg am Block aus Jordan Richards (10) und Christoph Hänggi (12) vorbei.
Gute Verteidigungsarbeit der Schönenwerder Hofstede und Giger.
Duell am Netz zwischen Reto Giger (6) und Lucian Jachowicz.
Kaspar Bürge (10) greift bei Laufenburg-Kaisten an. Bei seinem Ex-Verein Lugano war er noch Passeur.

Smash 05 Laufenburg-Kaisten - TV Schönenwerd

Franz Schefer

Laufenburgs Spielertrainer Lucian Jachowicz sinkt auf die Knie und schreit seine aufgestaute Anspannung in einem beeindruckenden Freudenschrei herraus. Mit ihm sind auch seine Mitspieler und Laufenburg-Fans ausser sich. Szenen wie bei einem Titelgewinn in der Sporthalle Blauen. Und warum? Die Laufenburger haben gerade auf nervenaufreibende Art und Weise ihr gestecktes Ziel erreicht. «Heute wollen wir Spass haben und einen Satz gewinnen», sagte Laufenburgs Assistenztrainer Mike Fehlmann vor dem Spiel. Klar, nach einem Satzgewinn im Cup gegen einen Oberklassigen darf man sich freuen. Der Satzgewinn hatte für die Laufenburger einen hohen Stellenwert.

Schönenwerds Coach Bujur Dervisaj war schon vor dem Spiel bemüht, keine Derby Athmosphäre zu beschwören: «Für uns ist es ein Spiel wie jedes andere. Wir wollen gewinnen und ich werde trotz dem Spiel gestern in Lausanne (Anm. d. R.: 0:3-Niederlage) meine besten Spieler aufstellen.» Da merkte man auf der anderen Seite eher, dass das Spiel einen besonderen Charakter besass. «Klar ist Schönenwerd ein Rivale. Es nervt uns, wenn die besten Junioren immer wieder nach Schönenwerd abwandern. Wir wollen denen zeigen, dass auch wir hier ennet dem Jura tolle Arbeit leisten», zeigte sich Fehlmann von der angefressenen Seite. Die Schönenwerder seien aufgrund ihrer Grösse nicht auf Partnervereine angewiesen. «Die haben selbst ein 1.-Liga-, NLB- und NLA-Team. Die brauchen uns als Ausbildungspartner leider nicht», bedauert Fehlmann. In der Halle waren Zuschauer und Laufenburg-Spieler dann auch stets bemüht, eine laute, anheizende Derbyathmosphäre zu wahren.

«Känguru» war zu gut

Ein Erfolg wäre für die Fricktaler nur über Leidenschaft zu schaffen gewesen. Im ersten Satz war der Spielstand bis zum 6:6 ausgeglichen, ehe Schönenwerd klar in Führung ging, im vierten war bis zum 13:13 alles offen. Den zweiten Satz gewannen die «Underdogs» heroisch mit 31:29, nachdem sie einen Satzball abgewehrt und selbst fünf vergeben hatten. Zu Beginn des dritten Satzes herrschte, nach den Feierlichkeiten nach Satz zwei, bei den Laufenburgern noch Katerstimmung. Die ersten fünf Punkte für Schönenwerd waren Fricktaler Geschenke in Form von Eigenfehlern. Laufenburgs Michael Moor personifizierte die spielerische Überlegenheit nach dem Spiel: «Ohne ihr ‹Känguru› hätte der TVS heute möglicherweise verloren.» Der Australier Jordan Richards in den Reihen von Schönenwerd hat sich mit seiner beeindruckenden Sprungkraft den Übernamen redlich verdient.