Tennis
Lanz liebäugelt mit dem heiligen Rasen: Das Grand-Slam-Debüt in Wimbledon ist sein Ziel

Tennis Der 17-jährige Hägendörfer Mischa Lanz will sich in seinem letzten Juniorenjahr in der Weltrangliste so weit nach vorne kämpfen, dass er im Juli beim Turnier in Wimbledon sein Grand-Slam-Debüt geben kann.

Fabio Baranzini
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Der Hägendörfer Mischa Lanz

Der Hägendörfer Mischa Lanz

Fabio Baranzini;Markus Müller;

An Oberentfelden hat Mischa Lanz gute Erinnerungen. Vor ziemlich genau einem Jahr hat er an der Swiss Junior Trophy seinen allerersten internationalen Titel in der U18-Kategorie gewinnen können. Damals startete er als ungesetzter Spieler ins Turnier und rang in einem hart umkämpften Finalspiel den Italiener Andrea Arnaboldi nieder.

Diese Woche ist er nun nach Oberentfelden zurückgekehrt und wird versuchen, seinen Titel zu verteidigen. Diesmal gehört der 17-jährige Hägendorfer zu den Favoriten. Nicht nur, weil er als Titelverteidiger antritt, sondern auch, weil er als Nummer 238 der Welt der zweitstärkste Spieler des gesamten Turniers ist.

«Der Sieg im letzten Jahr war ein toller Start ins Jahr. Es ist ein gutes Gefühl, als Titelverteidiger zurückzukehren. So kann ich mit viel Selbstvertrauen aufspielen», sagt Lanz, der vor gut zwei Wochen die Silbermedaille an den U18-Schweizer-Meisterschaften gewonnen hat.

Schwierige Sommermonate

Nach seinem Turniersieg an der Swiss Junior Trophy ist Mischa Lanz die Sommersaison nicht nach Wunsch geglückt. Er ist nie richtig auf Touren gekommen und die Resultate blieben während mehrerer Monate unter den Erwartungen.

«Das war eine schwierige Phase, in der ich schon etwas ins Grübeln gekommen bin», gibt Lanz zu. «Ich habe mich aber durchgebissen und konsequent weitergearbeitet. Schliesslich gehören auch solche Phasen zu einer Tenniskarriere.»

Nach Oberentfelden stehen für Mischa Lanz zwei Turniere in Asien auf dem Programm.

Nach Oberentfelden stehen für Mischa Lanz zwei Turniere in Asien auf dem Programm.

Fabio Baranzini

Im Oktober ist dann der Knoten geplatzt. Bei zwei gut besetzten ITF-Turnieren in Spanien konnte Mischa Lanz wieder mehrere Matches in Folge gewinnen und fand zu seinem Spiel zurück. Aggressiver, schnörkelloser und mit mehr Zug zum Netz – das war sein Erfolgsrezept.

Die gute Form konnte Mischa Lanz konservieren und auch in der Schweiz einige wichtige Siege feiern. Unter anderem schlug er Adrien Bossel, der bereits mehrere Einsätze für das Schweizer Davis-Cup-Team bestritten hat. In der ITF-Juniorenweltrangliste knackte er die Top 300.

Keine Qualifikationsmühlen

In diesem Jahr will Mischa Lanz, der seit Sommer 2016 neben seiner Tenniskarriere die Wirtschaftsmittelschule in Biel absolviert, voll angreifen. In seinem letzten Jahr als Junior will er erstmals auf der ganz grossen Bühne der Junioren-Tour auflaufen – bei den Grand Slams. Wimbledon ist sein grosses Ziel.

Dafür muss er sich in der Weltrangliste allerdings noch deutlich verbessern. Eine Klassierung in den Top 100 ist nötig, um in der Qualifikation auflaufen zu können, fürs Hauptfeld ist gar eine Position in den Top 60 der Welt gefordert. Damit er dieses Ranking erreicht, muss Mischa Lanz bei den höher dotierten Junioren-Turnieren kräftig punkten.

Etwas, das bisher noch nicht wie gewünscht geklappt hat. Lanz ist trotzdem zuversichtlich. «Mein Ranking ist jetzt gut genug, dass ich auch bei den grossen Turnieren direkt im Hauptfeld starten kann. Das ist wichtig, denn so verliere ich keine Kraft mehr in den Qualifikationsmatches», sagt Lanz.

Nach dem Turnier in Oberentfelden wird Mischa Lanz Ende Februar nach Asien reisen. Dort stehen zwei Turniere der zweithöchsten Kategorie auf dem Programm. Wenn es ihm gelingt, dort viele Punkte zu sammeln, kommt er dem Turnier von Wimbledon bereits einen grossen Schritt näher.