Der SC Langenthal hat gestern erstmals sein wahres Können gezeigt. Im Spiel gegen Visp demonstrierten die Oberaargauer vor allem ihre Schnelligkeit. Einerseits waren sie bezüglich spielerischem Tempo überlegen, genauso aber in der Reaktionsgeschwindigkeit. «Das war ein Schritt in die richtige Richtung», sagte SCL-Trainer Jason O’Leary etwas zurückhaltend, «es ist ein wichtiger und grosser Sieg für uns, aber es gibt noch sehr viel zu verbessern.» Stefan Tschannen sprach in diesem Punkt vor allem die Abwehrarbeit an. Denn: «Vier Tore zu kassieren ist zu viel. Auch wenn man neun schiesst.»

Dennoch war die Überlegenheit in der Partie gegen Visp mehrmals erkennbar. So erzielte Stefan Tschannen schon in der 2. Minute das Führungstor, das 2:1 von Jeffrey Füglister fiel nach einem Bully, wobei er im Slot am schnellsten reagierte. Und Brent Kelly bewies beim 3:1 nach einem Abpraller in der 17. Minute ebenso seine flinken Hände. «Wir haben Visp sehr schnell erwartet. Im Mitteldrittel haben wir aber gesehen, dass wir spritziger sind», sagte Stefan Tschannen.

Visp gelang es zwar nach beiden Pausen, mit einem Tor für kurze Zeit für Unsicherheit zu sorgen. In beiden Abschnitten erholte sich der Gastgeber aber schnell und reagierte mit einem weiteren Treffer. Besonders im zweiten Drittel machten die Langenthaler den Unterschied deutlich. Innerhalb von elf Minuten erzielten sie vier Tore und distanzierten sich von ihrem Gegner auf 7:2. Sehenswert war insbesondere das Tor zum 6:2, erzielt von Joel Fröhlicher. Nach einem Abpraller drosch er die Scheibe mit viel Kraft – für den Keeper beinahe nicht zu sehen – in das Netz.

Der beste Spieler des Abends war aber ein anderer: Mit drei Toren und vier Assists spielte Stefan Tschannen eine beinahe perfekte Partie und überforderte die Visper-Abwehr im Alleingang. «Wir hatten einen guten Saisonstart, immer wird das aber nicht so sein», so der SCL-Captain. Dank diesem Sieg können die Langenthaler sich nun auf einen Spitzenkampf vorbereiten. Dieser wird am Samstag im Schoren gegen die Rapperswil-Jona Lakers stattfinden und dürfte endgültig ein Beweis für die Stärke der Langenthaler sein. Gerade in dieser Partie werden die Langenthaler noch einmal eine erste Linie in der besten Form brauchen.

Wie lange fällt Eichmann aus?

Vor der Partie waren die Verletzungszustände der zuletzt abwesenden Spieler bekannt gegeben worden. Dazu gehört Torhüter Marc Eichmann. In seinem Fall ist es laut Gian Kämpf schwierig, die Dauer seiner Abwesenheit einzuschätzen. Eichmann erlitt im Test in Olten eine Fussverletzung, die in «einer oder auch mehreren Wochen erst verheilt ist», so der SCL-Geschäftsführer. Mit Marco Mathis hat der SCL aber einen probaten Stellvertreter, der sich zuletzt auch als neue Nummer eins empfahl. Etwas deutlicher lässt sich die Abwesenheit von Luca Triulzi einschätzen. «Eine oder zwei Wochen», so Gian Kämpf. Der Stürmer ist nach einer Rippenverletzung auf dem Weg der Besserung. Neuerdings fehlt noch ein weiterer Spieler im SCL-Line-up. Vincenzo Küng leidet an einer Hirnerschütterung, die ihn in den nächsten Tagen oder Wochen ausser Gefecht setzt.