Die Langenthaler nutzten diese schwache wie harmlose Darbietung der Solothurner. Dank ihrer Geschlossen- und Entschlossenheit verdienten sich die Gäste ihren wichtigen Sieg. «Heute hat es an fast allem gefehlt, wir können besseren Fussball spielen», gesteht FCS-Trainer Dariusz «Darek» Skrzypczak.

Dieser Leistungsabfall ist umso unverständlicher, weil erstmals im 2019 das ganze Kader auf dem Matchblatt stand und Sebastian Gerspacher überzählig an den Nachwuchs abgegeben wurde. Sacha Stauffer und Massimo Veronica fehlten allerdings nach Erkrankungen in der Startelf, konnten jedoch nach ihren Einwechslungen keine Wende einleiten. Einzig Stauffers Pfostenschuss liess aufhorchen (72.). «Der Gegner stand defensiv sehr gut und ausser dem Pfostenschuss klappte bei uns in der zweiten Halbzeit nichts», sagt Skrzypczak.

Wohl begann der Favorit im Angriffsmodus, aber die Berner hatten sich rasch auf ihren Antipoden eingestellt. Bis zum Führungstreffer der Gäste wiesen die Rotweissen ein Chancenplus auf. Hunziker vergab, weil er einen Querpass einem Torschuss vorzog (22.), Langenthal-Schlussmann Studer konnte einen Schuss Hunzikers erst im Nachfassen blockieren (24.), Riesen zielte Chattons Rückpass übers Gehäuse (29.) und zweimal war Chatton in der Mitte auf Zuspiele von links zu wenig in Ballnähe (30., 33.).

Dem hatten die Oberaargauer einen Hinterhaltschuss Canis (12.) und einen verzogenen Versuch Gemperles (28.) entgegen zu setzen. Den Konter in der 38. Minute setzten sie klassisch um: 0:1. Gemperle wurde ideal von Wernli im Slot bedient und bezwang Jeffrey Grosjean mit einem satten Schuss. Diesen konnte er nicht mehr über die Latte lenken. Die Latte traf Miletic noch in der 43. Minute.

Es fehlte an Ideen

Völlig aus dem Tritt gerieten die Einheimischen nach dem zweiten Verlusttreffer in der 47. Minute. Nach einem nicht zwingenden Foulspiel Hunzikers zwei Meter vor der Sechzehner-Linie konnte der Freistoss von Cani nur ungenügend abgewehrt werden. Der Ball kam wieder in Langenthals Besitz. Wernli ermöglichte Mzee dessen Kopfballtor zum frühen 0:2-Endstand. «Dieses Tor fiel zu einfach und passt zu unserem Spiel», merkt Skrzypczak an.

Bei den Ambassadoren kam zu wenig aus dem zentralen Mittelfeld. In den Zweikämpfen waren sie unterlegen. Eine Zuordnung war nicht auszumachen. Es fehlte an Ideen und einem Konzept. Organisatorisch lag vieles im Argen. Sie fanden kein Rezept für einen Durch- und Umbruch. Das zweite Tor wurde so zum Knackpunkt. Davon erholten sich die Solothurner nicht mehr. Ohne Überzeugung war nichts zu holen.

Die Bemühungen wurden zu durchsichtig aufgezogen. Der Druck aufs gegnerische Tor blieb aus. Dies nützten die Berner. Sie stellten sich geschickt an und wuchsen an ihrer Aufgabe. Durch Balhouli, der dreimal verpasste (55., 74., 80.), und Gemperle, dessen präziser Freistoss Jeffrey Grosjean mit einer Glanzparade zur Seite lenkte (85.), schuf sich die Truppe von Trainer Willy Neuenschwander bessere Tormöglichkeiten.

«Mit unserer Leistung bin ich nicht einverstanden, wir müssen diese nun richtig analysieren, die Lehren daraus. Wir dürfen uns nicht unsicher machen lassen, weiter zielstrebig nach vorne schauen, um die Aufstiegsspiele zu erreichen. Wir müssen Ruhe bewahren, keine Nervosität aufkommen lassen, wir haben keinen Grund, in Panik zu verfallen», lautet Skrzypczaks Schlussbilanz zu diesem verunglückten Auftritt.