Laimbacher war der «Böseste»

Wegen des unentschiedenen Schlussgangs standen am Oberaargauischen Schwingfest in Rumisberg gleich vier Schwinger im ersten Rang. Festsieger wurde der Innerschweizer Philippe Laimbacher. Die starken Oberaargauer Schwinger holen am Heimfest in Rumisberg insgesamt fünf Kränze

von armin leuenberger
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Der Alchenstorfer Matthias Sempach (links) stellte im Schlussgang mit dem späteren Sieger Philippe Laimbacher.

Der Alchenstorfer Matthias Sempach (links) stellte im Schlussgang mit dem späteren Sieger Philippe Laimbacher.

Solothurner Zeitung

Vor 4500 begeisterten Zuschauern wurde Philippe Laimbacher vom Schwingerverband am Mythen Festsieger am 100. Oberaargauischen Schwingfest. Neben Laimbacher klassierten sich auch Matthias Sempach, Thomas Sempach und Matthias Glarner punktgleich im ersten Rang. Der enorme Publikumsaufmarsch am Berg hatte sicher viel mit dem erstmaligen Auftritt von Schwingerkönig Kilian Wenger zu tun. Der Oberländer bestritt nämlich seit Frauenfeld sein erstes Kranzfest.

Das Fest wies mit 17 eidgenössischen Kranzschwingern eine Galabesetzung auf. Vorsicht lautete daher die Devise zu Beginn des Wettkampfs. Es überraschte daher nicht, dass im ersten Gang überdurchschnittlich viele Duelle unentschieden endeten. Von den Favoriten verlor Matthias Sempach etwas überraschend gegen den Gast Philippe Laimbacher. Der Alchenstorfer fing sich aber rasch auf und liess sich in der Folge vier Siege mit der Maximalnote schreiben, was schliesslich zur verdienten Schlussgangteilnahme reichte. Hier traf «Mättu» erneut auf den Innerschweizer, welcher mit einem Viertelpunkt vor Sempach die Zwischenrangliste anführte.

Dass Laimbacher den Schlussgang dann vorsichtig anging und keine unnötigen Risiken auf sich nahm, haben ihm die Zuschauer verziehen. Sempach bestimmte denn auch über weite Strecken das Geschehen im Sägemehlring und erhielt am Schluss für den gestellten Gang richtigerweise einen Viertelpunkt mehr gutgeschrieben als der Schwyzer. Das Remis ermöglichte dann auch noch dem Emmentaler Thomas Sempach und dem Oberländer Matthias Glarner, zu den punktgleichen Schlussgangteilnehmern aufzuschliessen. So lagen am Schluss vier Schwinger auf Rang 1. Laimbacher bestätigte nach seinem Erfolg, dass dieser Sieg gegen so viele starke «Berner Brocken» schon ganz speziell sei.

Sempach war am Schluss mit seinem Rang 1b zufrieden und anerkannte ohne zu zögern: «Über alle sechs Gänge war Philippe klar der bessere Schwinger. Ich verstehe auch gut, dass er im Schlussgang keine unnötigen Risiken einging.» Auf den Oberaargauer wartet nun mit dem Schwarzsee und dem Innerschweizer Verbandsfest ein happiges Programm.

Für Laimbacher war es der insgesamt 13. Kranzfestsieg. Dafür durfte er den prächtigen Muni Domingo mit nach Hause nehmen. Von den vier Solothurner Gästen schnitt der nur wenige hundert Meter vom Geschehen entfernt wohnhafte Bruno Gisler im zweiten Rang mit fünf weiteren Schwingern am besten ab. Er musste nur gerade Schwingerkönig Kilian Wenger einen Sieg zugestehen. Nur einen Rang hinter Gisler klassierte sich der Günsberger Thomas Zindel. Der Turner musste sich im ersten Gang dem Festsieger des Emmentalischen vor zwei Wochen in Schangnau beugen und stellte in der Folge nur noch gegen den unbequemen Bolliger Eidgenossen Willy Graber.

Die Oberaargauer Schwinger warteten an ihrem 100. Jubiläumsfest mit starken Leistungen auf. Neben Co-Festsieger Matthias Sempach klassierte sich Lokalmatador Simon Bohner im zweiten Rang. Der Rumisberger gewann vor eigenem Publikum vier Gänge und gestaltete die beiden übrigen unentschieden. Daneben gab es Eichenlaub für den Wiladinger Thomas Kropf. Mit Florian Weyermann (Lotzwil) und Simon Röthlisberger (Leimiswil) erkämpften sich zwei erst 19-jährige Nachwuchsschwinger innerhalb weniger Minuten ihren ersten Kranz in der noch jungen Karriere.

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