Vor 10 Jahren eröffnete das Center seine vereinseigene Emmenhalle, mit der Durchführung der Schweizer Meisterschaften, und seit bald 20 Jahren engagiert sich Bill im Kunst- und Geräteturnen, weit über die Regionsgrenze hinaus. Der Präsident des Gym Centers Emme hat in seinen zahlreichen Funktionen viel erlebt und bewegt.

Zum ersten Mal ein Länderkampf organisiert

Am Samstag betraten beide ein neues Terrain. Zum ersten Mal veranstaltete das Gym Center Emme einen Länderkampf. In Utzenstorf absolvierten die Juniorinnen aus der Schweiz, Deutschland, Grossbritannien und Frankreich zehn Tage vor den Europameisterschaften einen letzten Leistungstest.

Noch lieber hätte Bill die Grossen, wie er sagt, nach Utzenstorf geholt. Für den Anlass vor einer Woche erhielt das sankt-gallische Wil vom Schweizerischen Turnverband (STV) indes den Zuschlag.

Für den STV sind Vereine wie das Gym Center Emme ein Segen. Felix Stingelin macht kein Geheimnis daraus, dass es zunehmend schwieriger geworden ist, Veranstalter für einen Anlass dieses Formats zu finden. Stellvertretend steht seine Suche nach einem Ausrichter für die Schweizer Meisterschaften. Der Chef Leistungssport des STV musste die nationalen Titelkämpfe bereits vom Sommer in den Herbst verlegen, um Zeit zu gewinnen.

Das finanzielle Risiko

Speziell für Nachwuchskämpfe wie in Utzenstorf sind die Anreize gering – auf den ersten Blick zumindest. Die Organisatoren tragen die gesamte finanzielle Last des Events. Für Kost und Logis der Delegationen kommt der Veranstalter zu hundert Prozent selber auf.

Im Gegensatz zur Elite, wo eine Ariella Kaeslin jahrelang als Sponsor- und Zuschauermagnet diente, verläuft bei den Junioren die Suche nach Geldgebern schleppender. «Damit die Rechnung am Ende trotzdem aufgeht, lohnt es sich, einen Länderkampf in einen bestehenden Anlass zu integrieren», erklärt Felix Stingelin.

Dieses Konzept wendete auch das OK des Gym Centers Emme an. Der Länderkampf wurde in die Berner Mannschaftsmeisterschaften sowie in den kantonalen Kunstturnertag Bern - Freiburg eingebettet. «Damit hatten wir das ganze Wochenende sportlichen- und finanziellen Betrieb», sagt Werner Bill.

Summa summarum rechnet er mit einem Gewinn zwischen 8000 und 15000 Franken. «Die ehrenamtlichen Stunden natürlich nicht eingeschlossen.» Würde die Freiwilligenarbeit in Rechnung gestellt, wäre der Anlass nicht realisierbar.

Für Nachwuchs gesorgt

Der Aufwand an Personen und Stunden an diesem Wochenende war beträchtlich. Rund 200 Personen wuselten vor und hinter den Kulissen, um den Länderkampf auf die Matte zu heben. Zur Veranschaulichung: Mehrere Leute sammelten im ganzen Kanton Turngeräte ein und brachten sie ins Gym Center.

«Hierfür fiel in der Schule Utzenstorf am Freitagnachmittag sogar der Turnunterricht aus», erklärt Bill. Um die Wettkämpferinnen aus Deutschland, Grossbritannien und Frankreich nach Bern in die Hotels zu transferieren, wurde eigens ein Taxibetrieb zum Flughafen Zürich organisiert.

Unter dem Strich lohnt sich der Aufwand: Das Team des Gym Centers Emme geniesst schweizweit einen hervorragenden Ruf und erzeugt mit seinem Engagement eine Sogwirkung. Rund 140 Kinder und Jugendliche verbringen einen Teil ihrer Freizeit in der vereinseigenen Halle.

Dass sich die Anstrengungen von Werner Bill und seinen Leute ausbezahlen, beweist das jüngste Kursangebot: Seit einem Jahr toben sich Kleinkinder ab dem ersten Altersjahr in der Halle aus. Kurz: Krabbel-Gym. Für Nachwuchs ist in Utzenstorf gesorgt.