Rad
Kurze Haare für ein besseres Feeling

Dank des Gewinns der Bronzemedaille an der Schweizer Meisterschaft darf Dominic von Burg für die Schweiz am European Youth Olympic Festival in der Türkei teilnehmen.

Francesca Perrotta
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Der Oberaargauer Dominic von Burg in Schieflage. Christian Wagner/ZVG

Der Oberaargauer Dominic von Burg in Schieflage. Christian Wagner/ZVG

bz Basellandschaftliche Zeitung

Menschen, die das Rauchen aufgeben wollen, gelten als reizbar und ungeduldig – genau so fühlt sich Dominic von Burg aus Madiswil, wenn er Ende Saison eine Pause machen und sein Fahrrad in den Keller stellen muss. «Ich kann mir das Leben ohne Fahrrad nicht vorstellen, es ist ein Teil meines Lebens und ich werde nie damit aufhören», erzählt das Jungtalent. Seit einem Jahr ist von Burg in der U17-Nati und wird von Swiss-Olympic-Trainer Thomas Rentsch betreut. «Mit der U17 ist es erst richtig losgegangen – in dieser Zeit habe ich einen enorm grossen Sprung nach vorn gemacht», beschreibt von Burg seine neue Erfahrung. Bis vor einem Jahr fuhr er Mountainbike, nun ist er auf Strassenrennen umgestiegen. «Mir gefiel es besser, weil man taktischer sein kann und die Strecken viel länger sind», erklärt von Burg.

Das Radfahren wurde dem Madiswiler in die Wiege gelegt: «Mein Grossvater sowie mein Vater fuhren schon Rennen und das hat meine Neugier auf diesen Sport schon früh geweckt», erzählt von Burg. Zwar habe er, wie viele seiner damaligen Schulfreunde, Fussball gespielt, «aber das Fahrradfahren gefiel mir einfach viel besser, weil man viel mehr zu sehen kriegt», sagt von Burg.

In der Türkei in die Top Ten

Das European Youth Olympic Festival in der Türkei ist sein Saisonhöhepunkt. «Ich will dort mindestens unter den ersten zehn im Ziel einfahren», sagt er, denn aus Erfolgserlebnissen nimmt der 15-Jährige seine Motivation – «das sind extrem schöne Momente». Aber auch gegenteilige Erlebnisse empfindet der Radfahrer als Ansporn. «Bei der Berner Rundfahrt fiel mir auf der Zielgeraden die Kette raus und ich konnte nicht um den Sieg mitsprinten. Ich war extrem wütend. Diese Wut hat mich bis zum nächsten Rennen in Mendrisio begleitet und mich so sehr angetrieben, dass ich dort als Erster ins Ziel fuhr», erzählt von Burg lachend.

Obwohl der 15-Jährige 12 Stunden wöchentlich trainiert, nimmt er sich Zeit für Familie und Freunde. «In meiner Freizeit spiele ich Gitarre und gehe mit meinen Freunden Basketball spielen. Ich muss nur aufpassen, dass ich den Sport nicht über meine Schulpflichten stelle», sagt von Burg, welcher im August eine Lehre als Konstrukteur beginnen wird. «Mein Ziel ist es natürlich, Profi zu werden und dazu braucht es in erster Linie Disziplin», sagt von Burg, welcher jedoch kein bestimmtes Geheimrezept zum Erfolg hat. «Das Einzige, was ich manchmal vor einem Rennen mache, ist zum Coiffeur gehen – das beeinflusst zwar ein Rennen nicht, aber ganz kurze Haare geben mir einfach ein besseres Gefühl», verrät er lächelnd.