Sportförderung

Kurt und Kauter schaffen Geldbeschaffungs-Plattform für Sportler

Mike Kurt (links) und Fabian Kauter wollen mit ihrer Plattform neuen Schwung in den Schweizer Sport bringen.

Mike Kurt (links) und Fabian Kauter wollen mit ihrer Plattform neuen Schwung in den Schweizer Sport bringen.

Die Olympiateilnehmer Mike Kurt und Fabian Kauter lancieren die erste Crowdfunding-Plattform. Eine Website zur «Schwarmfinanzierung» von Sportprojekten. www.ibelieveinyou.ch ermöglicht Athleten, Klubs und Veranstaltern das Sammeln von Mikrospenden.

«Sorgen um die Finanzierung gehören für sehr viele Sportler genauso zur Saisonvorbereitung wie das körperliche oder mentale Training», sagt der dreifache Olympia-Teilnehmer Mike Kurt. www.ibelieveinyou.ch ist fortan die erste Crowdfunding-Plattform, die sich ganz auf die Finanzierung von Schweizer Sportprojekten spezialisiert.

Initiiert wurde die Web-Ebene vom Team-Europameister im Fechten, Fabian Kauter und Mike Kurt, dem Vizeeuropameister im Wildwasser Kanu-Slalom.

Athleten, Vereine, Veranstalter und andere Exponenten des Schweizer Sports können auf der Plattform ihre Projekte und deren Finanzierungsbedarf vorstellen. Über Social Media werden die Projekte sehr schnell verbreitet und erhalten grosse Beachtung. «In kaum einem anderen, hochentwickelten Land ist der Sport so stark auf private Mittel angewiesen wie in der Schweiz», sagt der Betriebsökonom Mike Kurt.

Dimitri braucht ein neues Kanu

Der 14-jährige Nachwuchs-Kanute Dimitri Marx etwa benötigt 2’500 Franken für ein neues Kanu: «Mein Traum ist es, einmal an Olympischen Spielen zu starten. Mit meinem Video auf www.ibelieveinyou.ch versuche ich nun, möglichst viele Leute zu begeistern und hoffentlich genug Geld zu sammeln, damit ich mit gutem Material weiter trainieren kann.»

Auch Beachvolleyball-Olympiateilnehmer Sébastien Chevallier benötigt noch Mittel, um die EM und WM zu finanzieren: «Ich freue mich sehr über den Start von www.ibelieveinyou.ch. Hier kann uns jemand auch mit ganz kleinen Beiträgen mithelfen, ein Projekt zu realisieren. Das sind Gelder, die sonst nicht beim Sport landen würden.»

Nebst den genannten präsentieren sich unter anderen auch Rodlerin Martina Kocher, die einen neuen Schlitten braucht oder OL-Sprint-Weltmeister Matthias Kyburz, der Geld für ein Trainingslager benötigt, mit ihren Projekten auf www.ibelieveinyou.ch.

Geschenke für die Förderer

Unterstützt werden kann ein Projekt über Online-Banking, Kreditkarte oder Einzahlungsschein. Jeder Kampagne stehen 50 oder 100 Tage zur Verfügung. Wird das Finanzierungsziel erreicht, gehen die Unterstützungsbeiträge an das Projekt; als Gegenleistung erhalten die Förderer ein spezielles «Dankeschön» der Initianten. Da sind Ansichtskarten, persönliche Trainings, Mitgliedschaften für die jeweiligen Fanclubs, Auftritte bei Firmen- oder Privatanlässen, Erinnerungsstücke (auch von den jewiligen Projektpaten) und vieles mehr dabei. Wird das Sammelziel verfehlt, bleibt das Geld bei den Förderern.

Den Projektbetreibern bleiben 9 Prozent der zu Grunde liegenden Summe. «Das reicht primär, um die Unkosten für Administration und Zahlungsverkehr zu decken», sagt Mike Kurt.Ohne Sponsoren würde die Rechnung ansonsten nicht aufgehen. Ihm und Fabian Kauter gehe es effektiv darum, «dem Sport etwas zurückzugeben, und vor allem auch Randsportlerinnen- und sportlern zu finanziellen Mitteln zu verhelfen.»

Ergänzung zu bisherigen Finanzierungsangeboten

«Der Name www.ibelieveinyou.ch ist unser Programm», erläutert Rapper und Fechter Fabian Kauter: «Jeder Sportler hat in seinem privaten Umfeld Menschen, die an ihn und seine Ziele glauben. Eine Crowdfunding-Plattform führt diese Menschen zusammen und gibt ihnen die Möglichkeit, sein Projekt zu unterstützen und auch ihre eigenen Bekannten und wiederum deren Bekannte für das Projekt zu begeistern.»

Crowdfunding schaffe eine Ergänzung zu den schon erfolgreichen Sportförderungs-Instrumenten wie der Sporthilfe oder dem privaten Förderclub Sport Heart. «www.ibelieveinyou.ch bietet Hilfe zur Selbsthilfe und fördert die Eigeninitiative der Athleten», erklärt Mike Kurt. Ganz nach dem Motto: Je kreativer und attraktiver die Präsentation des Projekts, desto grösser die Erfolgschancen.

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