Positiv ist, dass Solothurn nach einem 1:3-Rückstand in einem kuriosen Spiel zurückgekommen ist und in letzter Minute noch einen Punkt herausholte. Ausgerechnet Mast, nach seiner in Biel zugezogenen Augenverletzung die ganze Woche fraglich, der von ärztlicher Seite überraschend grünes Licht für einen Einsatz erhielt, erzielte nach seiner Einwechslung in der 59. Minute den entscheidenden Treffer auf Penalty in der vierten Nachspielminute.

Vorausgegangen war eine Verwarnung von Luzerns Hüter Berbic wegen Spielverzögerung (92.) und dessen Nachfassen in die Füsse von Vernocchi an der Grundlinie (93). „Dieses Unentschieden ist ok, wir nehmen gerne diesen Punkt, denn dieser gibt uns Energie“, hält FCS-Trainer Jürg Widmer fest.

Luzern verwandelte Eckball direkt

Dass gegen die Zentralschweizer, die einzig mit Tia Chef aus dem SL-Kader mit einem 38-minütigem Einsatz gegen Servette, aber einem mehrheitlich aus U18-Schweizer Meistern bestehenden Team antraten, kein Spaziergang bevorstand, war zu erwarten. Die Solothurner begannen verunsichert. Eine klare Strategie war nicht ersichtlich. «Die zwei Niederlagen kosteten Substanz und Selbstvertrauen», sagt Widmer zum wenig überzeugenden Beginn.

Der Führungstreffer der Gäste war sinnbildlich. Emini versenkte einen Freistoss direkt, drei Meter seitlich links ausserhalb des Strafraums, scharf und lang auf die andere Seite getreten (10.). «Das Foul war unnötig, eine Folge einer Kette verschiedener Fehler», so der Trainer. Die Einheimischen taten sich schwer. Speziell aus dem Mittelfeld heraus konnten sie wenig Einfluss nehmen.

Nicht überraschend, der Solothurner Ausgleich entsprang einer aussergewöhnlichen Szene. Aussenverteidiger Galeati und der ihm zu Hilfe eilende Berbic brachten den Ball am Knoten Strafraum-/Grundlinie nicht weg. Riesen setzte nach, spielte in die Mitte und der aufgerückte Kohler konnte mühelos ins verwaiste Tor einschiessen (33.).

Weiterhin verpufften die Offensivbestrebungen der Gastgeber. Besser machten es die Innerschweizer in der 41. Minute. Schmidt setzte, zu wenig energisch angegriffen, aus 22 Metern zu einem Flachschuss an und erwischte Hari in seinem Debüt-Spiel – Bähler war wegen muskulärer Rückenprobleme nur Ersatz – an dessen linken Pfosten.

Mast erfolgreich zurückgekehrt

Zehn Minuten nach Wiederbeginn kam es noch schlimmer. Die Stadionelf leistete sich eine Serie Ballverluste auf engstem Raum im eigenen Strafraum. Schliesslich konnte Schmidt mit seinem zweiten Treffer dieses Pingpong erfolgreich mit dem 1:3 beenden. «Wir haben etwas versucht, was eine Spielidee sein könnte», wirft Widmer, auf eine Dreier-Abwehr setzend, ein.

Dass die Solothurner wieder den Anschluss fanden, ist auf eine weitere nicht alltägliche Aktion zurück zu führen. Nachdem ein Stauffer-Schuss von Ajeti geblockt wurde, konnte Schlussmann Berbic den Vernocchi-Nachschuss nicht festhalten. Der Ball kullerte über seine Hände ins Netz (68.). «Dass wir nach dem 1:3 zurückgekommen sind, zeigt, dass etwas in der Mannschaft vorhanden ist, sie hat nicht aufgegeben und weitergekämpft, dies ist ein gutes Zeichen», so Solothurns Trainer zu dieser gelungenen Aufholjagd.

«Sie hat ein gutes Herz, muss aber noch mehr Emotionen zeigen, dies vermisse ich, wobei auch klar ist, dass wir nicht ganz an die Spitze gehören, denn dazu war der Umbruch zu gross und wir haben zu viele Spieler, die noch nicht den Rhythmus dazu haben, weil sie in der letzten Rückrunde nicht gespielt haben», betont der 61-Jährige. Gesamthaft ist dieses Unentschieden in einem Spiel auf Messers Schneide, das von Fehlern und Unzulänglichkeiten «gelebt» hat, gerecht.